[WWDC] Lange Gesichter bei Mannheimer App-Entwickler Stocard wegen Apples iOS 6 und „Passbook“-App

12. Juni 2012 | by Mathias Rittgerott

WWDC Apple App stocard app Beim Mannheimer Start-up „Stocard“ reibt man sich die Augen, was Apple derzeit auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco vorstellt – und macht sich Sorgen ums eigene Geschäft. Apples neues iPhone Betriebssystem enthält die App „Passbook“, die die Badener sehr an das von ihnen entwickelte App „Stocard“ erinnert. „Wenn das auf jedem iPhone vorintalliert sein wird, ist das schädlich für uns“, sagt Geschäftsführer David Handlos gegenüber TechFieber.de.

„Stocard“ biete seit Juni 2011 eine Art elektrischen Geldbeutel an, in dem sämtliche Kundenkarten und Coupons eines Nutzers, aber auch Barcodes von Flugtickets gespeichert werden können. Apple selbst hat die App als eine der besten 2011 gelobt und unter die Top-50 der Gratis-Apps platziert. 160.000 User benutzen laut Stocard die App, viele vergeben vier bis fünf Sternchen, beispielsweise ganz banal weil sie mit Hilfe des kleinen Programms bei Burger King einen Euro gespart haben.

„Wir haben ein Jahr an der Entwicklung gearbeitet und gezeigt, dass ein Bedarf da ist“, sagt Handlos. Apple müsse das durch die Auszeichnungen registriert haben. Das Dreimannunternehmen aus Süddeutschland habe gewissermaßen Entwicklungsarbeit für den US-Konzern geleistet. „Das Risiko gehen alle kleinen Entwickler ein. Sie arbeiten jahrelang an einer Idee, und plötzlich findet man sie bei einem Großen wieder.“

Das sei zwar einerseits eine „Ehre“, andererseits jedoch eine gefährliche.

Stocard hat eigenem Bekunden nach erst gestern „zufällig“ aus den Medien von der  Apple-Konkurrenz-App erfahren. Jetzt will man mit Apple-Deutschland reden.

Dabei ist Handlos klar, dass er auf das Wohlwollen des Konzerns angewiesen ist: Ein Patent auf die Funktion der App hält er nämlich nicht.

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Comment (1)

  1. Daniel says:

    Liebe Kollegen, das Thema ist alt wie der Buchdruck. Wer hier meint Erster gewesen zu sein verkennt einfach die Tatsache, dass es sich bei dem Thema um eine logische Entwicklung aufgrund der Mobilisierung der Kommunikation handelt. Apple wäre “dumm” gewesen, wenn sie diese Entwicklung nicht bedienen würde. Sie stellen die notwendigen Technologiegrundlagen dafür. Dies garantiert aber keinen Erfolg. Facebook hat im letzten Jahr mit Places trotz ihrer mehr als 800 Mio Nutzer auch keinen Erfolg feiern können. Das zeigt, das Größe allein nicht entscheidend ist. Also eine Chance für alle anderen.

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