[IPv6] Ruhig Blut: Dem Internet gehen die Adressen doch nicht aus

12. Juni 2012 | by Dieter Jirmann

Internet Protokoll ipv6 Schweiz

Im letzten war er des öfteren zu hören: Der Schreckensruf, dass dem Internet bald die Adressen ausgehen werden. Der Grund dafür war, dass angesichts des rasanten Wachstums des Internets und der Zunahme an internetfähigen Geräten aller Art die Zahl von 4,3 möglichen Adressen bald erreicht sein sollte, die einmal als unvorstellbar gegolten hatte.

Damit aber auch alle kühnen Zukunftsträume wie etwa der vom „Internet der Dinge“, in dem etwa auch Waschmaschinen und Kaffeezubereiter Dank eigener Adressen via Internet aus der Ferne gesteuert werden können, wahr werden können, benötigte man eine grundlegende Überarbeitung des Internet Protocol (IP), das dafür verantwortlich ist, dass alles, was online versendet wird, auch an der richtigen Stelle landet.

Ein erster Ansatz, das IPv5, wurde nicht realisiert. Stattdessen begab man sich 1995 an die Arbeit an IPv6, das das immerhin bereits seit 1981 verwendete IPv4 ersetzen soll. Für den Endnutzer ändert sich durch das neue Protokoll, das erst nach und nach etabliert wird, kurzfristig nichts.

Die Zahl der aktiven IPv6-Kunden beträgt in der Schweiz etwa laut „Netzwoche“, die sich auf Swisscom beruft, auf etwa 25.000 – damit wurde die Ein-Prozent-Marke erreicht, die zur offiziellen Teilnahme am World IPv6 Launch berechtigte.

Der Endkunde selbst merkt von der Umstellung wenig – Experten erklären diesen Vorgang so, dass man ihn sich vorstellen müsse, als werde bei einer Telefonnummer eine weitere Ziffer hinzugefügt. Und nur, wer unbedingt jetzt schon eine neue IPv6-Adresse haben möchte, muss selbst aktiv werden, denn die Neuvergabe wird von den Providern übernommen, ohne dass die Kunden dies bemerken.

Allenfalls einige der versprochenen positiven Effekte könnte man feststellen: So soll der Sicherheitsstandard von IPv6 höher sein, eine effektivere Suche nach den kürzesten Verbindungen im Netz könnte die Geschwindigkeit verbessern, die Administration soll einfacher werden und im Bereich WLAN sollen spezielle Funktionen angeboten werden.

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Comment (1)

  1. Stickyy says:

    “ die Zahl von 4,3 möglichen Adressen bald erreicht sein sollte“
    Da habt ihr wohl was vergessen ;) gibt doch nicht nur 4,3 ip adressen
    Ansonsten Super artikel, weiter so!

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