Extra-Sicher: Atombombensichere Datenspeicherung im Bunker

1. Juni 2012 | by Dieter Jirmann

deltalis bunker datacenter

Wer seine Daten wirklich sicher verwahren will, kann auf die Dienste der Firma Deltalis zurückgreifen. Die hat im Jahr 2005 den lange Zeit geheim gehaltenen Luftwaffen-Kommandobunker K7 von der Schweizer Armee erworben und zum Datenzentrum umgebaut. Jetzt hat sie erstmals Einblick in das Hochsicherheitsprojekt gegeben.

Selbst einem Angriff mit einer 20-Megatonnen-Atombombe sollte der Bunker bei Attinghausen im Kanton Uri wiederstehen – von den dafür getroffenen Sicherheitsvorkehrungen profitieren jetzt derzeit 125 Server, auf denen vertrauliche Daten von etwa 25 Kunden gesichert werden. Ihnen bietet Deltalis Speicherplatz für insgesamt 750 Terabyte an Daten; je Terabyte werden 2.500 Franken im Monat als Gebühr berechnet.

Der Bunker, den das Unternehmen nach Einschätzung von Experten zu einem Preis von etwa vier Millionen Franken erworben haben soll, bietet aber noch umfangreiche Ausbaumöglichkeitne. Insgesamt stehen 15.000 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung. 8.000 davon sollen für die Zwecke des Rechenzentrums genutzt werden.

Versorgt werden kann die Anlage zu 80 bis 100 Prozent mit so genanntem „grünen“ Strom, der aus der „Aasserburg“ der Schweiz geliefert wird. Dies wird nach Aussage von Deltalis immer mehr zu einem wichtigen Argument bei der Vergabe von Aufträgen an Datenzentren, da die Kunden sicherstellen möchten, dass dadurch ihre Öko-Bilanz nicht belastet wird.

Ein weiterer Standortvorteil des Bunkers ist übrigens die relativ grosse Entfernung zu Zürich, wo sich in der Stadt und ihrer Umgebung eine Reihe von Rechenzentren befindet. Sollten diese von einer Katastrophe wie etwa einem Erdbeben betroffen sein, so sei der Standort Attinghausen mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht betroffen und der Datenbestands sei gerettet.

Datenbunkern wie dem K7 werden von Experten hervorragende Perspektiven vorhergesagt, da die Nachfrage nach so genannten Cloud-Diensten weiterhin kräftig steigen soll. Die Schweiz könnte davon ausserdem in besonderem Masse profitieren, da werde US- noch EU-Gesetzgebung hier greifen und so besondere Vertraulichkeit gesichert werden kann.

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