[Web] Letzte Wille 2.0: Testament mit Internet-Hilfe Moribono erstellt

22. Mai 2012 | by Dieter Jirmann

[Web] Letzte Wille 2.0: Testament mit Internet-Hilfe Moribono erstellt

Das Internet bietet Hilfe bei allen möglichen Dingen – weshalb also nicht auch bei den letzten? Das ist die Idee hinter dem Angebot der Luzerner Firma moribono, die ihren Service selbst als „Letzter Wille 2.0“ bezeichnet. Unumstritten ist diese Art der Testamentserstellung allerdings nicht.

75 Prozent aller Schweizer – so argumentiert moribono – hätten kein Testament, was nach dem Ableben oft zu Erbschaftsstreitigkeiten führe. Offenbar aber scheuen viele Menschen den Gang zum Juristen, um dort ein Dokument erstellen zu lassen, das die letzten Dinge regelt. Bei moribono dagegen ist der Prozess ganz einfach.

Der interaktive Service der Firma soll die individuelle Nachlasssituation simulieren und errechnet auf dieser Basis, welche Pflichtanteile zu berücksichtigen sind und welche Summen frei unter den potenziellen Erben verteilt werden können.

Neben dieser rechnerischen Verteilung des Nachlasses können unter anderen auch der Willensvollstrecker festgelegt und Bemerkungen angebracht werden können. Damit das Testament formal gültig ist, muss es allerdings noch per Hand abgeschrieben und an einer sicheren Stelle hinterlegt werden.

[Web] Letzte Wille 2.0: Testament mit Online-Hilfe erstellt

Wer dennoch möchte, dass auch ein Anwalt einen Blick auf das Dokument wirft, kann sich einen Experten von moribono vermitteln lassen. Dies sei Dank der Online-Vorbereitung deutlich kostengünstiger als die herkömmliche Testamentserstellung, erklärt der Portal-Betreiber.

In der Basis-Version kostet der Service 90 Franken; wer bei dem Thema aber auf dem laufenden bleiben will und eventuell sein Testament später ändern möchte, kann sich darüber hinaus für einen Jahres-Account für 15 Franken jährlich entscheiden.

Kritik an dem Angebot gibt es allerdings auch: Gegenüber „20 Minuten Online“ äusserte Michel Rudin, der Geschäftsführer der Konsumentenforum kf, dass der Online-Service zwar seriös wirke, dass die Dienstleistung bei einfachen Erbverhältnissen allerdings zu teuer sei, während bei grossen Vermögen und komplizierten Verhältnissen weiterhin er Gang zum Juristen unerlässlich sei. Darüber hinaus sei er ausgesprochen skeptisch, wenn derart vertrauliche Finanzdaten via Internet transportiert würden.

[online-testament.net/]

 

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