Umwelt-Sünden der Digital-Wirtschaft: Greenpeace nimmt Apples Energieverbrauch aufs Korn

25. April 2012 | by Dieter Jirmann

green , apple, greenpeace

Die Umweltsünden der großen Digitalunternehmen sind Greenpeace schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Jetzt bekam wieder einmal Apple den Unmut der Organisation zu spüren: Mit koordinierten Aktionen in Apple-Stores in San Francisco, New York und Toronto wurde die Kampagne „Clean Our Cloud“ promotet, die den Energieverbrauch der Apple-Datenzentren thematisiert.

Die stehen in den USA im Wesentlichen (wie übrigens auch die von Facebook und Google) abgelegen in North Carolina. Dafür gibt es gute Gründe: In der strukturschwachen Region, die früher von Textil- und Möbelindustrie lebte und die sich nun „Data Center Corridor“ nennt, gibt es billigen Strom von einer Firma namens Duke Energy. Die zählt zwar zu den günstigsten Anbietern in den ganzen USA, arbeitet aber vor allem mit Kohlekraftwerken.

Apple besitzt in der Region das größte Datenzentrum und liefert sich bereits seit geraumer Zeit eine Auseinandersetzung mit Greenpeace, wie viel Energie die Anlage nach ihrer endgültigen Fertigstellung verbrauchen wird und wie hoch der Anteil der erneuerbaren Energien daran sein wird.

Apple erklärt, dass für den Betrieb 20 Megawatt Elektrizität benötigt werden, wovon 60 Prozent aus erneuerbarer Energie kommen sollen, zum Beispiel aus einer Installation von Solarzellen und Brennstoffzellen, die die größte ihrer Art im gesamten Land sein soll. Greenpeace dagegen geht auf Basis der Grundstücksfläche und der Investitionen, die Apple tätigt, davon aus, dass in Wahrheit 100 Megawatt benötigt werden.

Die Aktionen von Greenpeace, die weltweit auch auf andere Städte ausgedehnt werden sollen, haben aber nicht nur zum Ziel, Apple selbst dazu zu bringen, so weit wie möglich auf erneuerbare Energien zu setzen. Sie sollen auch die Käufer der Produkte und die Nutzer der Dienste mit dem Apfel-Logo darüber aufklären, dass ihre Entscheidungen zumindest mittelbar Einfluss auf die Umwelt haben können, und so dafür sorgen, dass der Druck auf Apple beibehalten wird.

Dass man in Cupertino realisiert hat, dass das Thema zumindest fürs Image wichtig ist, signalisiert die Mitteilung von Apple, dass ein weiteres Datenzentrum, das in Oregon geplant ist, sogar zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll – offenbar möchte man verhindern, dass sich etwas Ähnliches wiederholt wie die Negativpresse über die Arbeitsbedingungen beim Apple-Hauptzulieferer Foxconn.

 Foto: Greenpeace

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