[Light+Building] „Grüne Kraftwerke“: Die Energiewende beginnt im Heizungskeller

17. April 2012 | by Arwen Möller

[Light+Building] „Grüne Kraftwerke

Lange schien das energie-autarke Haus ein Zukunftstraum. Doch mittlerweile rückt der immer näher. Statt nur Öl- oder Gasheizkessel gibt es inzwischen für den Heiz-Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern Pellet- und Biomasse-Kessel, Solarkollektoren, Brennwerttechnologie.

„Für den kleinen Leistungsbereich im Einfamilienhaus sind Mikro-KWK-Systeme jetzt auch interessant“, sagt Udo Wirges, der für den Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) den Light+Building-Auftritt plante. Die vom Referent für Energie und Klimaschutzpolitik angeführte Technik steht für Mikro-Kraft-Wärmekopplungssysteme, die Wärme und Strom gleichzeitig erzeugen. Denn während bei der konventionellen Stromerzeugung mehr als die Hälfte der Energie ungenutzt als Abwärme verloren geht, produziert ein Mikro-KWK-System umweltschonend und hocheffizient Wärme und Strom direkt vor Ort im Gebäude. Das reduziert nicht nur die Heiz- und Stromkosten, sondern ermöglicht unter optimalen Bedingungen auch CO2-Einsparungen von bis zu 50 Prozent.

Der ZVSHK hat zwei Mikro-Kraft-Wärmekopplungssysteme ausgestellt. Auch die gängigen Heizungstechnik-Hersteller wie Brötje, Buderus, Senertec, Remeha, Vaillant und Viessmann bieten bereits Geräte an. Interessierten SHK-Fachbetrieben bietet der Verband in Kooperation mit E.ON Ruhrgas den Einstieg in das Know-how rund um die Mikro-KWK-Systeme im Rahmen von Fachsymposien an.

„Im Mittelpunkt unseres Standes steht allerdings der SHK-Effizienz-Check“, erklärt Verbands-Experte Wirges. Das Online-Tool helfe, mangelnde Informationen durch eine aktuelle Einschätzung von Heizanlagen zu ersetzen. Auch herrsche am Markt eine große Verwirrung über die diversen Möglichkeiten zeitgenössischer Heiztechnik. So soll der Effizienz-Check sowohl Kunden als auch Beratern für weitere Überlegungen eine „Up-to-date“-Basis geben.

Die völlige Energie-Autarkie fürs Haus ist laut dem ZVSHK-Referent trotzt Mikro-KWK-Systeme noch nicht ganz erreicht. „Das liegt an den unterschiedlichen Produktions- und Nutzungszeitpunkten“, so Wirges. Denn  das System produziere eben zur nächtlichen Heizzeit seinen Strom. Der müsse dann, mangels guter Speichermöglichkeiten vor Ort, ins Netz eingespeist werden. Solarkollektoren wiederum haben das umgekehrte Problem, würden tags heizen, während eigentlich nachts die Hitze benötigt würde. Die neue KWK-Technik kann man laut Wirges aber ruhigen Gewissens installieren: „Die Mikro-KWK-Systeme sind mittlerweile erprobt und die Technik hat ihre Marktreife erreicht.“

[Link] [Foto: ZVSHK]

__________________________

Eine Gesamtübersicht aller Artikel zur Light+Building bei TechFieber gibt es hier. Und wer noch mehr zur Messe und dem Profil der Light+Building wissen möchte, findet diese Info hier. Und eine Übersicht aller Kurzporträts aus der Reihe People@Light+Building findet ihr hier.

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , ,

Antwort schreiben