[Light+Building] Futurecourse zur Energiewende: Die Zeche müssen alle zahlen

17. April 2012 | by Arwen Möller

[Light+Building] Futurecourse fordert Zukunftsvision und Eigenverantwortung

Die Atomkraft ist raus. Die Energiewende steht vor der Tür. Politische Entscheidungsträger, Handwerk und Industrie wie auch Verbraucher geraten immer mehr in Zugzwang.

„Energiewende – zahlt der Mieter die Zeche?“ Das war daher auch die programmatische Frage, die diverse Interessenvertreter beim Futurecourse der Light+Building diskutierten. Nach dem Grußwort von Wolfgang Marzin, dem Hausherrn der Messe Frankfurt, führte ZDF-Moderatorin Ina Bergmann durch die Debatte.

„Die Innovationskraft ist da, jetzt brauchen wir einen verlässlichen Fahrplan für die Zukunft“, forderte Holger Schwannecke vom Zentralverband Deutsches Handwerk (ZDH) zunächst in seinem Impulsreferat – ein Anspiel auf die geplanten Steuererleichterungen für die energetische Haussanierung, die seit nunmehr fünf Monaten im Bundesrat feststecken.

Mit diesen zwar langwierigen, aber immerhin ziemlich guten, demokratischen Prozessen hielt Rainer Bomba, seines Zeichens Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, entgegen. Er wettete in der Diskussion sogar um eine Flasche Champagner, dass die heutigen Energieziel vielleicht nicht bis 2020 erreicht, aber 2050 auf jeden Fall übertroffen sein werden.

Klaus Mittelbach vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) brachte die Forderung nach einem gemeinsamen Gesamtbild für eine mit der Energiewende gestalteten Zukunft ins Spiel. Im Gegensatz zu Forderungen nach einem Masterplan für die Energiewende, konnte sich Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentrale mit einem flexiblen, prozessual offenen Zukunftsbild sogar anfreunden.

Während die männlichen Diskussionsteilnehmer im weiteren immer wieder Weltleitmesse und die Exportbedeutung diesbezüglicher Technik aus Deutschland beschworen, mahnte Corinna Merzyn als Hauptgeschäftsführerin des Verbands Privater Bauherren (VPB) wiederholt die Interessen der Immobilieneigentümer an, die für energetische Sanierungen oft schon ordentlich Geld in die Hand genommen haben.

Doch die Interessenvertreterin kritisiert auch, dass Politiker bei Fördergeldern oft eher an Wahlkampf und daran, dass die von ihnen gesäten Früchte gegebenenfalls von der Nachfolgeregierung geerntet würde, denken. Denn Fördergelder – da sind sich alle Futurecourse-Beteiligten einig – produzieren Steuereinnahmen. Zwar nicht im selben Haushaltsjahr. Dafür aber im Verhältnis von mindestens 1:8.

Insgesamt waren die Diskussionsteilnehmer gar nicht so weit voneinander entfernt. Und sich in ihrer Antwort schließlich auch einig: Die Zeche müssen und sollten alle zahlen. Dies sei die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, zu der alle Beteiligten ihren Part leisten müssen.

Zunächst ist jedoch die Politik am Zug. Im Bundesrat. Und damit, die Energieversorgung neu aufzustellen: dezentral, sozusagen auf eigene Beine. In Berlin lebt schon eine vierköpfige Familie in einem vielbeschworenen Energie-Plus-Haus. Rund 18 gibt es deutschlandweit. Die Serienproduktion wird entwickelt. Trotz dem noch stolzen Preis sieht Rainer Bomba die Zukunft dort – frei nach dem Motto: Mein Haus, meine Tankstelle.

[Light+Building] Futurecourse fordert Zukunftsvision, Planungssicherheit und Verantwortung

__________________________

Eine Gesamtübersicht aller Artikel zur Light+Building bei TechFieber gibt es hier. Und wer noch mehr zur Messe und dem Profil der Light+Building wissen möchte, findet diese Info hier. Und eine Übersicht aller Kurzporträts aus der Reihe People@Light+Building findet ihr hier.

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , ,

Antwort schreiben