[NYIAS] Träume auf dem Hochsitz: Mercedes-Weltpremieren in New York

6. April 2012 | by Mathias Becker

NYIAS 2012 Mercedes GL Hybrid

Gleich drei Weltneuheiten präsentiert Mercedes-Benz zur „New York International Auto Show“. Neben den beiden „schweren Jungs“, GL und GLK, steht der SL65 AMG im Rampenlicht. Der Premierenregen hat einen Grund: Daimler verkauft wieder mehr Autos in den USA – künftig sollen es noch mehr werden.

Was haben ein SUV und die Marching Band „Rock City Brass“ aus Detroit gemeinsam? Beide ziehen dank einer Menge Blech die Blicke auf sich. Die Weltpremiere des neuen GL auf der „New York International Auto Show“ (NYIAS) gibt die Vorlage für diesen Scherz, schließlich wurde der Auftritt des 2,4-Tonnen-Siebensitzers von einer elfköpfigen, äußerst mitreißenden Blaskapelle begleitet. Schon verstanden: SUVs vereinen Sicherheit mit Spaß, Komfort mit Kreativität.

NYIAS 2012 Mercedes GL Hybrid

Da ist zum einen „The Big One“, wie Joachim Schmidt, Vertriebs- und Marketingchef bei Mercedes, den GL im New Yorker Javits Center nannte. Er ist wahlweise mit 6 oder 8 Zylindern ausgestattet und erreicht eine Leistung von 429 PS. Sein kleiner Bruder, der GLK, bringt es mit 4 bzw. 6 Zylindern auf bis zu 302 PS. Der durchschnittliche Verbrauch der mit BlueTEC-4matic-Technologie und serienmäßiger Start-Stopp-Funktion ausgestatteten Luxuskutschen liegt, je nach Modell, bei 7,4 bis 11,3 Liter auf 100 Kilometer – und somit bis zu 19 Prozent unter dem ihrer Vorgängermodelle. Wer noch mehr Sprit sparen will, greift gleich zur Hybrid-Version, die auf Kurzstrecken elektrisch angetrieben werden kann.

Die Sicherheits- und Assistenz-Systeme, mit denen man die Wagen ausstatten lassen kann, haben das Zeug, einen Mario Barth eines Tages arbeitslos zu machen. Da ist der Seitenwind-Assistent, mit dem man auch bei Sturm in der Spur bleibt. Oder der „Collision Prevention Assist“, der den Fahrer warnt, wenn ein Hindernis zu nahe kommt. Eine 360-Grad-Kamera sieht jeden Poller am Straßenrand, aus ihren Aufnahmen generiert das Mulitmedia-System „Comand Online“ gar den Blick aus Vogelperspektive auf das eigene Fahrzeug. Und spätestens wenn die Einpark-Automatik erst mal Standard ist, sind Witze über „Frauen am Steuer“ Geschichte.

NYIAS 2012 Mercedes GL Hybrid

Doch, lieber Mario Barth, kein Grund zur Sorge: Offroader-Witze könnten bald wieder in Mode kommen. Schließlich vermehren sich die Schlachtschiffe auch in Deutschland zusehends – dabei ist noch immer nicht bekannt, wie viele der „Geländewagen“ jemals Gelände sehen. Die meisten von ihnen kommen offensichtlich nur im Großstadtdschungel zum Einsatz. Vehikel für Träume vom Querfeldein – auf dem Weg ins Büro. So gesehen scheint Manhattan, wo die NYIAS stattfand, schon heute ein Reich der Träumer zu sein – SUVs sind hier ein „Must-have“ wie Starbucks-Pappbecher. Gefühlt jeder dritte Wagen gehört der Gewichtsklasse „Schützenpanzer“ an.

Die Amis mögen’s nunmal eine Nummer größer, das ist bekannt. Doch bis vor wenigen Jahren hieß das mitunter einfach „länger“, heute geht es primär ums „höher“. Ab 2014, das wurde vor wenigen Tagen bekannt, werden selbst aus allen „Yellow Cabs“ nach und nach SUVs. Wer dann noch unten sitzt, sieht wirklich nur noch Stoßstangen und Auspuffrohre. Immerhin gibt es davon dann gar nicht mehr so viele: Die Taxiflotte der Zukunft kommt aus dem Hause Nissan und fährt mit Strom.

Wer das Rennen um die großen Kisten in den USA beobachtet, begreift schnell, warum Mercedes seine SUV-Flotte hier erneuert, produziert und präsentiert. „Die USA sind unser wichtigster Markt für SUV“, so Joachim Schmidt. Die beiden ab Ende des Jahres erhältlichen Modelle sind eine gute Voraussetzung, dass das auch so bleibt.

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