[MWC] Android gibt den Ton an zum Start der weltgrößten Mobilfunk-Messe

27. Februar 2012 | by TechFieber.de

Der Mobile World Congress startet in Barcelona mit einem Schwall von Neuheiten – darunter ziemlich dominant: Android. Das Google-Betriebssystem dominiert bei den bisher vorgestellten Neuheiten auf der weltgrößten Mobilfunk-Messe.

Schon einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Messe am Montag präsentierten unter anderem HTC, Sony und LG ihre nächsten Flaggschiff-Smartphones. Sie haben große Bildschirme, leistungsstarke Chips und verbesserte Kameras.

Am Montagmorgen zeigt nun der Handy-Weltmarktführer Nokia als erster Hersteller außerhalb des Android-Lagers etwas neues zeigen. Die Finnen haben sich bei den Smartphones Microsofts Plattform Windows Phone verschrieben, unterstützen aber auch noch ihr betagtes Betriebssystem Symbian weiter, das einst den Markt für Computer-Handys beherrschte. Im November kamen die erste Nokia-Telefone mit Windows Phone auf den Markt, die Plattform hatte zuletzt aber immer noch einen Marktanteil von weniger als zwei Prozent. Am Sonntag wurde deutlich, dass auch bisherige Windows-Partner wie HTC immer mehr auf Android setzen.

Das Google-Betriebssystem machte zuletzt gut die Hälfte des Smartphone-Markts aus. Der Internet-Konzern vermarktet es als frei und offen – das heißt, die Hersteller haben Spielraum bei der Konfiguration der Geräte und sparen an Lizenzabgaben. Allerdings steht Android auch besonders oft im Visier der Patentklagen von Rivalen wie Apple oder Microsoft.

Apple, mit seinem iPhone zuletzt der führende Smartphone-Hersteller mit fast einem Viertel des Marktes, ist in Barcelona wie immer nicht dabei. Das Grundprinzip des iPhone – großer berührungsempfindlicher Bildschirm statt Tastatur und App-Symbole statt unübersichtlicher Menüs – hat sich inzwischen voll durchgesetzt. Die Android-Anbieter geben auf der Messe ihr Bestes, das neue iPhone 4S alt aussehen zu lassen.

So versprach der chinesische Hersteller Huawei das schnellste Smartphone auf dem Markt, bei HTC sollten Vergleichsaufnahmen demonstrieren, dass man eine bessere Kamera als das aktuelle Apple-Modell habe. Die Bildschirme der neuen Telefone sind mit mindestens 4 Zoll (gut 10 cm) Diagonale allesamt größer als beim iPhone mit seinen 3,5 Zoll (8,9 cm). Apple beharrte bisher aber darauf, dass das die beste Größe für ein Smartphone-Display sei.

Sony will es endlich schaffen, die verschiedenen Bereiche des Konzerns von Unterhaltungselektronik über die Playstation bis hin zum eigenen Hollywood-Studio und Musikfirma zu einem umfassenden Angebot zu vernetzen. Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets sollen dabei eine zentrale Rolle einnehmen, kündigte Firmenchef Kazuo Hirai in Barcelona an. Die neue Xperia-Smartphones werden nun eng an Sonys Film- und Musikdienste angebunden.

Der weltgrößte Chiphersteller Intel macht unterdessen einen neuen Anlauf, die Dominanz des britischen Rivalen ARM im Markt für Smartphones und Tablet-Computer zu brechen. Der Mobilfunk-Anbieter Orange will im Sommer ein Android-Smartphone mit Intel-Prozessor in Großbritannien und Frankreich auf den Markt bringen. Der Intel-Konzern ist klarer Marktführer bei PC-Chips, für mobile Geräte galten seine Prozessoren aber trotz aller Anstrengungen als zu stromhungrig. Microsoft passte sogar sein neues Betriebssystem Windows 8 an ARM-Chips an, weil es auch auf Tablets laufen soll.

Microsoft stellt in Barcelona am Mittwoch die Vorabversion seines nächsten Computer-Betriebssystems Windows 8 für Verbraucher vor. Dass der Software-Riese dafür die Mobilfunk-Messe in Barcelona ausgesucht hat – und nicht etwa die klassische Computer-Messe CeBIT nur wenige Tage später in Hannover – macht die Prioritäten für die Zukunft deutlich. Das nächste Windows soll nicht nur auf PCs, sondern auch auf den boomenden Tablets laufen.

Die Mobilfunk-Branche hat in den vergangenen Jahren die klassische PC-Industrie klar hinter sich gelassen. Weltweit gibt es nach Branchenschätzungen rund sechs Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse. Im vergangenen Jahr wurden knapp 1,8 Milliarden Mobiltelefone verkauft, fast jedes dritte davon war ein Smartphone.

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