Musik: Streaming statt Download?

14. Februar 2012 | by Dieter Jirmann

Musik streaming Foto: universal

Die Zeiten, als man Musikliebhaber daran erkennen konnte, dass sie möglichst raumfüllende Regale mit Vinyl-Schallplatten oder CDs besassen, sind Vergangenheit. Doch auch das Speichern von MP3-Dateien auf Festplatten könnte in absehbarer Zeit passé sein, falls sich nämlich das Streaming von Musik auf breiter Front durchsetzt. Ob das allerdings wirklich die beste Lösung für den eigenen Musik-Konsum ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

An und für sich ist Streaming eine altbekannte Technologie, die etwa von Internet-Radios seit Jahren genutzt wird. Der gravierende Nachteil war dabei jedoch, dass man nicht selbst bestimmen konnte, was da übers Internet strömte, was sich aber bei den neuen Diensten, die angeboten werden, grundsätzlich geändert hat.

Zum einen gibt es inzwischen Services wie Spotify, Simfy oder Napster, die Millionen von Titeln im Angebot haben, aus denen man als User aussuchen kann, was man kennt und was man gerne hören möchte. In der Regel kann man sich auf der Basis des eigenen Geschmacks Vorschläge machen lassen, welche Songs und Interpreten noch interessant sein könnten.

Wer sich nicht darauf verlassen will, dort das richtig zu finden, und selbst über eine ansehnliche Musik-Kollektion verfügt, kann stattdessen einen Cloud-Dienst nutzen. Services wie MP3Tunes, mSpot oder TunesBag erlauben es, eigene MP3-Dateien hochzuladen und sie dann auf denjenigen Rechner zu streamen, vor dem man gerade sitzt, oder sie per Smartphone-App abzuspielen. Google und Amazon, die beide im Bereich der Cloud-Dienste zu den Platzhirschen gehören, haben mit Google Music bzw. dem zum Cloud Drive gehörigen Cloudplayer zwar auch bereits Angebote entwickelt, die derzeit jedoch noch auf den US-Markt beschränkt sind.

Einen Mittelweg kann man mit iTunes Match von Apple und Music Unlimited von Sony einschlagen. Hier muss man die Musik, die man als MP3-Dateien auf dem Rechner hat, nicht hochladen, sondern die Dienste sehen nach, ob sie in ihrer jeweiligen Datenbank verfügbar sind, und streamen sie dann. Dabei ist man jedoch nicht vor Pannen sicher: iTunes Match hat bei expliziteren Musikstücken, etwa aus dem Bereich Rap, nicht die „Erwachsenen“-Version gestreamt, auch wenn der Nutzer sie besass, sondern nur die jugendfreie Version. Dies soll zwar korrigiert werden, zeigt aber, welche Probleme hier entstehen können.

Für welche Lösung man sich entscheidet, sollte man nach Meinung der Experten des Computer-Magazins „c’t“ vom eigenen Nutzungsverhalten abhängig machen. Wenn man ohnehin kaum noch Musik kauft, ist ein Streaming-Dienst geeigneter, auch wenn man nach dem Ablauf des Abonnements keine Musik auf seinem Computer hat. Aber dann gibt es künftig vielleicht noch eine weitere Lösung, sich seine Lieblingsmusik günstig legal zu verschaffen: In den USA geht gerade ein Dienst an den Star, der mit „gebrauchten“ MP3s handeln will …

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Foto: Rapper 50 Cent / Universal Music

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