[Social Media] Datenschützer warnen vor Facebook-„Chronik“

15. Dezember 2011 | by Alex Reiger

[Social Media] Datenschützer warnen vor Facebook-Die neue Darstellungsmöglichkeit bei Facebook verlagt den Nutzern eine höhere Aufmerksamkeit bei der Pflege ihrer persönlichen Daten ab. „Facebook-Mitglieder geraten damit noch stärker in die Pflicht, alle veröffentlichten Daten, vor allem auch längst vergessene Einträge aus der Vergangenheit, aktiv zu kontrollieren und das eigene Profil regelmäßig aufzuräumen“, sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.

Facebook hatte zuvor seine „Chronik“ freigeschaltet. Sie bildet etwa Statusmeldungen und Fotos an einem interaktiven Zeitstrahl ab. Die Nutzer sollen jedoch wählen können, ob sie daran teilnehmen möchten. Facebook betreibt seine deutschen Büros in Hamburg.
„Chronik“ verleitet zu Freizügigkeit

Caspar sagte im dapd-Gespräch, mit der „Chronik“ erweitere Facebook die Möglichkeit, Privates öffentlich zu machen „wesentlich“. Jeder könne hier sein Leben „in allen Details selbst inszenieren“. Caspar befürchtete: „Damit werden die Datenmengen, die von den Nutzern in Umlauf gebracht werden, deutlich zunehmen.“

Dass Facebook seinen Nutzern die Wahl lasse, ob sie die „Chronik“ überhaupt nutzen möchten, sei „positiv zu bewerten“, sagte Caspar. Dieses „Opt in“ genannte Verfahren gewährleiste, dass die Nutzer es in der Hand hätten, darüber zu entscheiden, ihre Daten über die neue Funktion strukturieren zu lassen. „Wir erwarten von Facebook, dass diese Wahlmöglichkeit auf Dauer bestehen bleibt“, sagte Caspar.
Caspar warnt vor der Zukunft

Facebook habe die deutschen Datenschützer zudem vorab über die „Chronik“ in Kenntnis gesetzt. „Ein Umdenken bei Facebook in Sachen Datenschutz sehe ich derzeit jedoch nicht“, betonte Caspar. Vor allem die „unzulässige Erhebung biometrischer Daten“ sei ein Problem.

Caspar mahnte zudem, dass niemand genau sagen könne, was mit den Daten „heute oder in Zukunft passiert“, die Nutzer bei Facebook einstellten. „Der Nutzer muss sich daher immer bewusst sein, dass ihn seine Datenfreigiebigkeit auch zum Nachteil gereichen kann.“ ker/dapd

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