[Feature] Auf Testfahrt mit dem neuen Volvo V60 D3 Momentum

16. November 2011 | by TechFieber.de

[Feature] Auf Testfahrt mit dem neuen Volvo V60 D3 MomentumVolvos Kombimodelle standen bislang für ein überdurchschnittliches Raumangebot. Mit dem V60 schlägt der schwedische Autohersteller nun eine neue Richtung ein. In Werbespots für das neue Modell düsen helmbewehrte Testfahrer mit wilden Drifts durchs Bild, schleudern und sliden, als gelte es eine Rallye zu gewinnen. Volvo nennt den V60 den „dynamischsten Volvo Kombi, den es je gab“. Damit diese Botschaft sich sofort erschließt, wurde dem sogenannten Sportkombi ein entsprechendes Design verpasst. Der Laderaum hingegen spielt jetzt eine untergeordnete Rolle.

Keine Frage, der Wagen ist hübsch anzusehen – aber eben nicht mehr unverkennbar ein Volvo. Treu geblieben ist man sich bei der Sicherheitsausstattung, die serienmäßig sogar das Fahrassistenzsystem City Safety bietet, das das Auto in der Stadt bis zu Tempo 30 bei Gefahr automatisch abbremst.

Der V60 kommt als Lifestyle-Kombi daher und will so etwa dem Audi A4 Avant, dem BMW 3er Touring und dem Opel Insignia Paroli bieten. Entsprechend liegt sein Schwerpunkt auf einem ansprechenden Äußeren, gepaart mit etwas mehr Variabilität und Transportkapazität als bei einer Limousine. Zwischen 460 und 1.241 Liter Stauraum bietet der V60. Bereits ein Skoda Fabia Combi (Stauraum: 1.485 l) übertrumpft ihn in diesem Punkt.

Vor allem die nach hinten abfallende Dachlinie verringert das Volumen und macht beispielsweise das Verstauen eines Kinderwagengestells zu einer verzwickten Aufgabe. Andererseits schenkt die Designlösung dem Volvo eine coupéhafte, ansehnliche Silhouette. Außerdem punktet der V60 mit einer niedrigen Ladekante sowie der Möglichkeit, die Rückbank im praktischen Verhältnis 40:20:40 umzuklappen, wobei eine völlig ebene Ladefläche entsteht.
Eine beispielhafte Lösung

Innen gefällt der Volvo mit klarem Design, noblem Interieur nebst der unternehmenstypischen Materialauswahl sowie einer hohen Verarbeitungsqualität. Etwas Einarbeitung erfordert die Mittelkonsole mit ihren zahlreichen Drehreglern und Knöpfen. Geradezu beispielhaft gelöst ist indes die Bedienungseinheit der Klimaanlage: Man drückt einfach auf das Symbol in Form eines Männchens, das anzeigt, wo die gekühlte oder gewärmte Luft ausströmt.

Wer die versprochene Sportlichkeit auskosten möchte, stellt rasch fest, dass die Vordersitze dafür nicht optimal sind. Insbesondere im Schulterbereich mangelt es an Unterstützung. Für lange, entspannte Fahrten sind die vorderen Plätze mit ihren vielfachen Einstellmöglichkeiten allerdings höchst angenehm. Im Fond finden zwei Erwachsene bequem Platz.
Das Turboloch ist passé

Unterwegs bietet der Volvo Kombi einen gelungenen Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort, wobei die Eigenschaften des Fahrwerks per Knopfdruck in die eine oder andere Richtung nachjustiert werden können. Das manuelle Sechs-Gang-Getriebe sowie Lenkung und Bremsen verrichten ihre Arbeit makellos. Den Fünfzylinder-Common-Rail-Diesel des Fronttrieblers (163 PS) haben Volvos Ingenieure etwas überarbeitet. Ein neuer Turbolader sorgt für ein besseres Ansprechverhalten. Das sogenannte Turboloch beim Beschleunigen ist passé, und für den sportiven Anspruch reichen Leistungsangebot und -charakteristik.

Zur Höchstform läuft Volvo bei der Gestaltung der Aufpreisliste auf. Der Einstiegspreis in die Baureihe liegt bei 28.200 Euro. Wer mehr investieren will und kann, findet ausreichend Gelegenheiten, wobei mancher Posten Anlass zu Stirnrunzeln gibt. Etwa diese Kombination: Das Business-Paket Pro (850 Euro) besteht aus einem Navi samt Sprachsteuerung und Festplattenspeicher sowie beheizbarem Fahrer- und Beifahrersitz.
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wab/dapd

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Comment (1)

  1. elchfahrer says:

    Keine Ahnung, dass ihr immer abschreiben müsst. Die neue Mittelkonsole ab MJ12 wurde doch überarbeitet und hat viel weniger Knöpfe als der Vorgänger. Schaut euch andere Konsolen von „Premium“-Herstellern an. Die sind überfrachtet und lenken ab.
    Um Laderaum geht es beim V60 ja nicht. Schön, dass das immer wieder erzählt werden muss. Aber auch klar, wenn einem sonst nichts Negatives auffällt.

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