[TechBusiness] Rekordquartal: Software-Riese SAP verdient 1,25 Milliarden Euro

26. Oktober 2011 | by TechFieber.de

 [TechBusiness] Rekordquartal: Software-Riese SAP verdient 1,25 Milliarden EuroDer Softwarekonzern SAP verzeichnet dank starker Nachfrage das beste dritte Quartal seiner Geschichte. Das Ergebnis war mit 1,25 Milliarden Euro zweieinhalbmal höher als im Vorjahreszeitraum, wie SAP am Mittwoch mitteilte. Zudem profitiert der Konzern auch davon, dass er eine Rückstellung für eine Strafzahlung an den US-Konkurrenten Oracle nach einem günstigen Urteil in den USA teilweise auflösen konnte.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im gleichen Zeitraum um 14 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Den erst kürzlich angehobenen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte SAP. Demnach erwartet das DAX-Unternehmen einen Anstieg der Erlöse bei Software und softwarebezogenen Services um 10 bis 14 Prozent. SAP geht davon aus, dass das Ergebnis am oberen Ende der Spanne liegen wird.

Wachstumstreiber sind die Echtzeit-Anwendung für Profitabilitäts- und Vertriebsanalysen, SAP HANA, sowie die Cloud Computing-Lösung Business ByDesign, die schnell wachsen. Das 2010 vorgestellte Business ByDesign soll Ende des Jahres 1.000 Kunden zählen.

Für 2012 wollte der Konzern keine Prognose abgeben. Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe sagte aber, dass der Konzern als Umsatzziel für 2015 immer 20 Milliarden Euro angegeben habe sowie eine Verbesserung der Marge um 35 Prozent. „Ich denke, 2012 wird perfekt dazu passen“, sagte er.
Kunden investieren mehr in Software als in Infrastruktur

Co-Vorstandssprecher Bill McDermott nannte als Grund für die starke Nachfrage, „dass Kunden vermehrt in Software investieren, um Wachstum und Innovation voranzutreiben“. Die Infrastruktur stehe weniger im Vordergrund. „Das gereicht uns zum Vorteil.“ Zu den Kernprodukten kämen noch mobile oder Cloud-Lösungen hinzu, die den Kunden Mehrwert brächten.

Hagemann Snabe fügte hinzu, das Unternehmen profitiere von einer zunehmenden Globalisierung und den aufstrebenden Schwellenländern. „Wir helfen den Unternehmen, in die asiatischen Märkte zu gehen“, sagte er. SAP sei das erfahrenste Unternehmen dafür.
Rückstellungen für TomorrowNow-Fall reduziert

Positiv wirkte sich auch das Urteil im Rechtsstreit um die inzwischen aufgelöste US-Tochter TomorrowNow aus. Im September hatte eine US-Bundesrichterin die wegen Urheberrechtsverletzungen verhängte Entschädigungszahlung von 1,3 Milliarden Dollar (912 Millionen Euro) an den Konkurrenten Oracle aufgehoben.

Oracle muss nun entscheiden, ob es die von der Richterin vorgeschlagene Entschädigung in Höhe von 272 Millionen Dollar (191 Millionen Euro) akzeptiert. Der Konzern deutete aber schon an, dass er dies ablehnen wird. In diesem Fall käme es zu einem neuen Prozess. SAP reduzierte aufgrund der Entwicklung die Rücklagen für die Strafzahlung um 723 Millionen Euro.

Die Aktie verlor nach der Bekanntgabe der Zahlen zunächst, erholte sich aber im Tagesverlauf und notierte um 16.00 Uhr bei 43,6 Euro und damit 1,8 Prozent über dem Niveau des Vortages.

wat/dapd

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