[Apps] Zoff um „Tagesschau“-App geht in die nächste Runde

12. Oktober 2011 | by Silvia Kling

tagesschau app

Stein des Anstoßes im Streit zwischen Zeitungsverlegern und ARD ist die Textdominanz der gebührenfinanzierten „Tagesschau“-App. Acht Verlage, darunter die Herausgeber der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Welt“, klagen, weil die Anwendung in ihren Augen keinen Bezug zur Fernsehsendung hat. In der kostenlosen „Zeitung im Netz“ sehen sie ihre Märkte bedroht. Die ARD hält dagegen: Bei der App handele es sich nicht um ein presseähnliches Angebot, argumentierte etwa deren Vorsitzende Monika Piel. Die Inhalte der App und der Internetseite „www.tagesschau.de“ seien zudem nahezu identisch.

Die kostenlose Applikation für Smartphones und Tablet-PCs war kurz vor Weihnachten gestartet und hat sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Heruntergeladen wurde die Anwendung inzwischen mehr als rund 2,4 Millionen Mal, wie der NDR auf dapd-Anfrage mitteilte. Knapp drei Viertel der Downloads entfallen demnach auf Apple-Geräte. Das restliche Viertel teilen sich Google und Blackberry.

Der Schwerpunkt der App liegt auf Textbeiträgen. Neben einigen längeren Texten – nicht selten von ARD-Korrespondenten – umfasst sie auch Kurzmeldungen zu den wichtigsten aktuellen Ereignissen. Nahezu jeder Beitrag wird zudem von Videos, Fotos oder Hörfunkbeiträgen unterstützt, die auch auf der Internetseite „tagesschau.de“, der Basis aller App-Beiträge, zu finden sind. Ein Beispiel dafür ist die Rubrik „Tagesschau in 100 Sekunden“, die stets aktualisiert wird. In den Wochen, in denen das ARD-„Morgenmagazin“ und das ARD-„Mittagsmagazin“ senden, können die Sendungen auch per Livestream über die App verfolgt werden. Die Fülle an Elementen der Internetseite erreicht die App aber nicht.

Auch das ZDF hat inzwischen eine Mobilfunk-App auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zur ARD-Version stößt diese aber den Zeitungsverlegern nicht übel auf, da der Sender aus Mainz den Schwerpunkt auf bewegte Bilder legt und seinen Nutzern bislang lediglich die Mediathek zugänglich macht. Das heißt: Zuschauer können über die App einzelne Beiträge oder auch ganze Sendungen jederzeit abrufen, falls sie diese im TV verpasst haben. Berichte in Textform gibt es nicht.

(Ergänzung im vorletzten Absatz, 3. Satz: „der Basis aller App-Beiträge“. Damit wird klargestellt, dass auf der App eine Großzahl der Video-, Foto- und Audio-Beiträge zu finden sind, die auch auf der Internetseite laufen)
wab


Foto: XYZ via Flickr/cc

Mehr bei TechFieber zum Thema: ,

Antwort schreiben