Steve Jobs: Spekulationen um den Nachlass des Apple-Gründers

8. Oktober 2011 | by TechFieber.de

Steve Jobs: Spekulationen um den Nachlass des Apple-Gründers

Steve Jobs war ein reicher Mann, der sich wenig aus Geld machte. Jetzt nährt der frühere Google-Chef Eric Schmidt Spekulationen, dass der Apple-Gründer noch Großes mit seinen Milliarden vorhatte.

Bei Jobs hatte sich ein Vermögen von mehr als sieben Milliarden Dollar angesammelt, vor allem aus dem Verkauf des erfolgreichen Animationsstudios Pixar an Disney. Ein Testament ist noch nicht bekannt, doch Weggefährte gehen laut US-Medien davon aus, dass Jobs‘ Ehefrau Laurene die Verantwortung für das Vermögen übernehmen wird.


Jobs, bekannt für seinen schlichten Kleiderstil mit schwarzem Rollkragenpulli und Jeans, hatte sich nie viel aus Geld gemacht. Sein Haus war groß, aber nicht protzig, der einzige bekannte Luxus war ein von AMG hochgetuntes Mercedes-Benz-Coupé. Blogger John Gruber erinnerte sich, wie er nach dem letzten öffentlichen Auftritt von Jobs im Juni von Tage alten Grasspuren auf dessen Schuhsohlen schockiert war. «Er hatte bestimmt mehr als ein Paar davon. Er hätte die ganze Fabrik kaufen können.» Aber das Äußere habe keine Rolle gespielt.

Zugleich wurde immer wieder bemängelt, dass der Apple-Chef im Gegensatz zu anderen aus dem Club der Reichen wie zum Beispiel Microsoft-Gründer Bill Gates nicht als großzügiger Spender in Erscheinung getreten sei. Auch Investmentlegende Warren Buffett habe Jobs nicht für seine Milliardärs-Spendeninitiative gewinnen können.

Doch nun schürt Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt die Erwartung, dass von Jobs‘ Milliarden noch Großes zu erwarten sein könnte. Er könne zwar nicht darüber reden, was mit dem Vermögen des am Mittwoch gestorbenen Apple-Gründer passiert, sagte der langjährige Freund und Rivale der «New York Times». Aber: «Das alles wird sich entfalten. Ich sage nur, dass er ein sehr nachdenklicher Mensch war und sich sehr um die Welt sorgte.» Auf jeden Fall habe Jobs unbedingt weiterleben und noch einen «dritten Akt» nach der Gründung und Rettung von Apple schaffen wollen.

Steve Jobs: Spekulationen um den Nachlass des Apple-Gründers
Foto: dpa

Jobs hatte viel Zeit, sich auf seinen Tod vorzubereiten. Er habe schon seit Februar gewusst, dass das Ende näher rücke, berichtete die «New York Times». In den Monaten darauf habe er zwar laut Vertrauten weiter um sein Leben gekämpft, unter anderem mit neuen Medikamenten, aber auch Abschied von Freunden genommen und besonders viel Zeit mit Frau und Kindern verbracht. Jobs hatte einen Sohn und zwei Töchter aus der Ehe mit Laurene sowie eine Tochter aus einer früheren Beziehung. «Er fühlte sich schrecklich, weil er uns verlassen musste», sagte seine Halbschwester Mona Simpson der Zeitung.

Noch ganz am Schluss habe er aber auch seinen Apple-Kollegen Ratschläge zur Präsentation des neuen iPhone 4S gemacht, hieß es. Das Smartphone wurde am Vorabend von Jobs‘ Tod vorgestellt. Viele Fans waren enttäuscht, dass es nur die Weiterentwicklung des aktuellen Modells ist, viele hofften vergeblich, dass der charismatische Visionär wenigstens kurz auf der Bühne auftauchen würde.

Doch Jobs war in den letzten Tagen nicht mehr in der Lage dazu. Sein Biograph Walter Issacson, der Jobs wenige Wochen vor dessen Tod besuchte, berichtet, der 56-Jährige sei so schwach gewesen, dass er ein Schlafzimmer im Erdgeschoss seines Hauses bezog, weil er nicht mehr die Treppe nach oben erklimmen konnte. «Er hatte Schmerzen, aber sein Verstand war immer noch scharf und sein Humor lebendig», schrieb Issacson in einem Artikel im Magazin «Time». Der Erscheinungstermin der von Issacson geschriebenen autorisierten Biografie wurde nach Jobs‘ Tod um einen Monat auf den 24. Oktober vorgezogen.

Er habe Jobs bei der letzten Begegnung gefragt, warum jemand, der immer sein Privatleben abgeschottet habe, sich schließlich zu der offenherzigen Biografie mit vielen stundenlangen Interview entschlossen habe, schrieb Issacson. «Ich wollte, dass meine Kinder mich kennen», habe Jobs geantwortet. «Ich war nicht immer da für sie und ich wollte, dass sie wissen, warum – und verstehen, was ich gemacht habe.»

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