Schweizerisch-sibirische Gaming-Firma Quest.li räumt bei „TechCrunch“-Konferenz ab

17. September 2011 | by Fritz Effenberger

In der Technologiestadt Zürich wird das Leben selbst zum Spiele-App. Mit dem Umzug des sibirischen Spiele-Entwicklers Danil Kozyatnikov von Novosibirsk in den Zürcher Westpark wurde aus dem russischen ein Schweizer Developer-Studio. Dessen Name ist Programm, und identisch mit dem des Produktes: Quest.li.

Auf dessen Plattform wird eine Herausforderung errichtet, und ein Weg dorthin beschrieben. Das Produkt ist ein Spiel für Mobilgeräte, das seine Ziele im Leben selbst steckt; genau hier steckt die geniale Idee. Die spielerisch zu lösenden Herausforderungen sind nicht auf dem Display, sondern zunächst im Alltag zu lösen, die Google-Suche wird also erweitert durch eine ganz reale Schnitzeljagd nach Orten und den Dingen, die sich dort entdecken lassen. Stellt etwa ein beliebiger Quest.li-Fan die Aufgabe, dann bezahlen alle Teilnehmer einen kleinen Beitrag; die Gesamtsumme wird zwischen dem Aufgaben-Erfinder, dem Plattform-Anbieter und dem Gewinner aufgeteilt. Aber auch in der Werbewelt soll sich Quest.li nützlich machen: Unternehmen können ebenfalls eigene Spiele veröffentlichen und mit Preisen für die Gewinner attraktiv gestalten, um auf diesem Weg ihre Werbebotschaften zu verbreiten.

Der Umzug nach Zürich soll für Kozyatnikov Türen in Europa und Nordamerika öffnen; unterstützt wird er dabei von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Redalpine. Ein erster internationaler Erfolg verschaffte zusätzliche Aufmerksamkeit: Auf der TechCrunch Disrupt Konference in San Francisco wurde Quest.li diese Woche mit dem begehrten Publikumspreis augezeichnet. Danil Kozyatnikov hat seine eigene Schweizer Firmengründung übrigens in der Art seiner Schöpfung gestaltet; je mehr User sein Aufgaben-App zum nächsten Jahresanfang hat, desto grösser fällt sein eigener Anteil am Start-Up aus und um so kleiner der des Venture Capital Funds.

Wie es scheint – und man an diesem Beispiel sehen kann – sind die Möglichkeiten des Mediums Computerspiel noch lange nicht ausgeschöpft.

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