Facebook an die Börse – Anfang nächsten Jahres vielleicht, oder doch später?

15. September 2011 | by Alex Reiger

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Ab an die Börse, bloß wann? Facebook hat seinen für Anfang 2012 erwarteten Börsengang noch gar nicht offiziell angekündigt – doch schon jetzt gibt es widersprüchliche Berichte, ob er auf Ende des Jahres verschoben wird.

Erst berichtete die «Financial Times» am Mittwochabend, das weltgrößte Online-Netzwerk wolle erst im Herbst an die Börse gehen. Anschließend hieß es bei der «New York Times» ebenfalls unter Berufung auf informierte Kreise, Facebook bleibe auf Kurs für einen Börsengang im ersten Halbjahr 2012.

Das Interesse für den Facebook-Börsengang ist schon seit Monaten riesig. Dem Online-Netzwerk wird ein Unternehmenswert von 100 Milliarden Dollar zugetraut. Berechnet man den Wert heute anhand von auf dem Zweitmarkt gehandelten Mitarbeiter-Aktien, würde er bei 60 bis 70 Milliarden Dollar liegen.

Facebook hatte seinen Börsengang zwar nie offiziell auf einen bestimmten Termin angesetzt. Er wurde bisher aber allgemein für die erste Hälfte 2012 erwartet, auch weil das weltgrößte Online-Netzwerk bei der Zahl der Anteilseigner auf eine Größenordnung zusteuert, die ein US-Unternehmen zur Offenlegung seiner Zahlen verpflichtet. Jetzt schrieb die «Financial Times», Gründer und Chef Mark Zuckerberg wolle bis September kommenden Jahres warten, damit sich die Mitarbeiter länger auf die Produktentwicklung statt auf den Aktienhandel konzentrierten. Es sei keine Reaktion auf die aktuelle Börsenschwäche.

Zuckerberg war schon immer abgeneigt, die Kontrolle über sein Unternehmen zu teilen. Er schlug bereits in den Anfangsjahren Milliarden-Kaufangebote aus und hielt sich bisher auch mit einem Börsengang zurück, weil Facebook jetzt mehr Spielraum hat. Allerdings ist absehbar, dass die amerikanischen Unternehmensregeln die Firma am Ende an die Börse zwingen.

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Kommentare (3)

  1. Martin Hark says:

    Interessanter Artikel. Die Thematik der Unternehmensbewertung wird beinahe in allen Finanzbereichen gebraucht. Je nach Anlass muss dabei differenziert werden. Der Anlass ist relevant für den Zweck, aus welchem wieder die Funktion abgeleitet wird. Je nach Funktion wird dann das Bewertungsverfahren ausgewählt, welches schlussendlich für den Unternehmenswert verantwortlich ist. Der Unternehmenswert ist jedoch nicht gleich der Unternehmenspreis!
    Facebook war / ist eine Besonderheit der Unternehmensbewertung. Aufgrund des immensen Wachstums und der Innovationskraft sind „alte“ Methoden der Unternehmensbewertung nicht anwendbar. Das Ziel des IPOs war es einen möglichst hohen Preis zu erzielen, was auch gelang. Damals war es ein „objektiver“ Preis, auch wenn dies zu hinterfragen ist, da der Primebroker angeblich unzählige Aktien am ersten Handelstag aufkaufen musste! Nach und nach spiegelt der Aktienkurs jetzt den wirklichen Unternehmenswert /-preis wider!

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