Amen statt Gefällt mir: Neues Social Network will die Vorzüge von Facebook und Twitter vereinen

13. September 2011 | by Alex Reiger

Twitter meets Facebook – und heraus kommt Amen. So sehen das zumindest die Macher eines neuen Online-Netzwerkes, bei der die Teilnehmer mit der wohlbekannten Formel ihre Meinung bezeugen: Amen – So ist es. Und Amen ist auch der Name für das neu gestartete Network-Projekt für Meinungen aller Art.

Diese werden in einer bestimmten Struktur veröffentlicht, so dass die Software automatisch Hitlisten der Tops und Flops erzeugen kann. Rund 3000 Nutzer fanden die Idee des Berliner Startup-Unternehmens so interessant, dass sie sich an dem geschlossenen Beta-Test beteiligt haben. Das Geld kommt unter anderem von der Investmentgesellschaft Index Ventures, auch der Schauspieler Ashton Kutcher und Madonna-Manager Guy Oseary sind mit dabei.

«Amen verbindet die Einfachheit von Twitter und das Status-Update von Facebook mit dem menschlichen Grundbedürfnis auf Meinung», erklärte Mitbegründer Felix Petersen der Nachrichtenagentur dpa. «Im Moment geht es vor allem darum, seine Meinung zu äußern, Recht zu haben, Spaß zu haben und um viel Wortwitz.»

„Waldmeister ist der beste Brause-Geschmack aller Zeiten“, postulierte ein Nutzer – und erhielt dafür ein „Amen“ von zehn anderen Teilnehmern. Siebenfache Zustimmung fand die Aussage „Berti Vogts ist der schlechteste Fußballtrainer, den es je gab“. Dazu ist bereits eine kleine Hitliste der Trainer-Flops entstanden: Auch Erich Ribbeck und Jupp Derwall wurden als schlechteste Trainer genannt, allerdings erhielten diese weniger „Amen“-Klicks als Vogts. Ist man mit einer Meinung ganz und gar nicht einverstanden, kann man auf „Hell no“ klicken und eine Alternative für das beste oder schlechteste Irgendetwas benennen.

Das Netzwerk macht solche statistische Auswertungen möglich, indem neue Meinungen nur in einer ganz bestimmten Satzstruktur veröffentlicht werden können. Diese folgt auf Englisch dem Muster „Lady Gaga is the Best Musical Artist Ever“ (Lady Gaga ist die beste Musikerin aller Zeiten). Das Subjekt kann beliebig ausgetauscht werden, wobei Aussagen über Personen, Orte und Sachen möglich sind. Statt „die beste“ ist auch das Gegenteil „die schlechteste“ möglich. Das Objekt und der zeitliche Rahmen sind wieder frei wählbar. Die Gestaltung der Aussagen mit einzelnen Blöcken und in unterschiedlichen Farben lädt dazu ein, die sprachliche Kreativität auszuleben. Wie bei Twitter kann man Bekannten „folgen“ und sieht dann deren Beiträge in einer Liste.

Die Datenstruktur mache es möglich, so erklärt es Petersen, „einen echten Nutzen aus Amen zu ziehen“. Für alles und jedes entstehe so eine passende Hitliste, „von dem „besten Sommerhit aller Zeiten“ über „die beste Digitalkamera unter 1000 Euro“ bis zu „Die beste Cocktailbar in Berlin“. So entstünden „Quoten für alle Themen der Menschheit“.

Petersen ist bereits erfahrener Internet-Unternehmer. 2005 gründete er mit Plazes einen der ersten ortsbezogenen Dienste (Location Based Services) und verkaufte diesen drei Jahre später an Nokia. Im Quartett der vier Gründer findet sich auch Florian Weber, einer der ersten Entwickler des Internet-Kurzmitteilungsdienstes Twitter. Weber schrieb 2006 von Deutschland aus einen wesentlichen Teil der Software für den Start von Twitter. 2007 schied er aus, wirkte dann eine zeitlang bei Xing mit – und bringt jetzt Amen voran.

Mit dem offiziellen Start kann sich nun jeder dort anmelden. Die Anfragen sollen nach und nach freigeschaltet werden, um das System nicht zu überfordern, wie es bei Amen heißt. Meinungsfreudige Teilnehmer können sowohl über die Webseite der Plattform als auch über eine iPhone-App ihre Überzeugungen loswerden.

Na dann. Amen.

(tf/arei/dpa)

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