Kein Witz: ERGO-Versicherung auf Kuschelkurs mit der Blogosphäre – schreibt Online-Medienpreis mit 17.000 Euro aus

8. August 2011 | by TechFieber.de

 Kein Witz: #ERGO Direkt-Versicherungen auf Kuschelkurs mit der Blogospäre - schreibt Online-Medienpreis mit 17.000 Euro ausDer seit dem kürzlich aufgedeckten Sex-Skandal schwer gebeutelte Direkt-Versicherer ERGO geht auf Kuschelkurs mit der Web-Welt und der Blogospäre und schreibt den „On.Line – Medienpreis“ aus. Ab sofort können Journalisten und Autoren, die im Internet über „Trends und Innovationen“ schreiben, ihre Arbeit einzureichen.

Rundum sieht das ganze schwer nach einer hastig arrrangierten AdHoc-PR-Aktion aus, um die Negativ-Stimmung und Spott im Web nach der „Lustreisen“-Affäre gegen den Konzern abzufedern.

Ausgeschrieben ist der Preis in zwei Kategorien: „für die Online-Ausgaben klassischer Medien und für originäre Internet-Auftritte wie
Blogs“, so die Ausschreibung. In jeder der beiden Kategorien ist ein Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro ausgeschrieben, der zweite Platz ist mit 2.500 Euro, der dritte mit 1.000 Euro dotiert.

Sehr komisch an der Aktion ist auch, dass die Versicherung sich nicht einmal selbst um den Preis kümmert, sondern eine PR-Agentur aus Wiesbanden, die sich auf ihrer Website als wahrer Meister der „Krisen-PR“ preist: „Rosmanith & Rosmanith steht als Schutzschild zwischen der Öffentlichkeit und unseren Kunden“, heisst es auf der Webseite des Unternehmens.

Profis in Sachen PR hat die Ergo-Versicherung dringend nötig: Denn einer neuen Studie zufolge hat das Ansehen von Vertretern der Versicherung massiv unter den jüngsten Skandalen um die Sex-Party in Ungarn und falsch berechnete Riester-Verträge gelitten. Jeder vierte Deutsche wolle inzwischen ungern von den Ergo-Vertriebs-Mitarbeitern beraten werden, so eine repräsentative Umfrage der Beratungssfirma Faktenkontor und des Marktforschers Toluna. Der Umfage nach befürchten 60 Prozent der Befragten, die Ergo ablehnen, dass die Vertreter sie falsch beraten.

Sofern sich dennoch jemand für den fragwürdigen Medien-Preis interessieren sollte: Die eingereichten Arbeiten müssen zwischen dem 1. September 2010 und dem 31. August 2011 im Internet veröffentlicht worden sein. Einsendeschluss ist der 1. September 2011. Mehr Info gibt es hier]

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Comment (1)

  1. Frank Roth says:

    Kein Witz: ERGO ist kein Direktversicherer, ERGO Direkt schon – sie ist der Direktversicherer der ERGO-Gruppe. Mit „Kuschelkurs“ hat der Medienpreis nichts zu tun, ERGO Direkt schreibt den Preis aus, weil wir als führender Versicherer im Web herausragende Beiträge belohnen wollen. „Eine hastig arrrangierte AdHoc-PR-Aktion, um die Negativ-Stimmung im Web gegen den Konzerm abzufedern“? Wir schreiben den Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal aus. „Sehr komisch an der Aktion ist auch, dass nicht die Versicherung selbst sich um den Preis kümmert, sondern eine PR-Agentur aus Wiesbanden.“ Wir kümmern uns schon selbst um den Preis, die Agentur aus Wiesbaden hilft ERGO Direkt lediglich bei der Organisation des Ablaufs – dies ist durchaus üblich.

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