[TV] Die Zeit ist reif: Satelliten-Fernsehen jetzt umrüsten: Analoge SAT-Receiver wandern auf den E-Schrottplatz

29. Juli 2011 | by TechFieber.de

[TV] Die Zeit ist reif: Satelliten-Fernsehen jetzt umrüsten:  Analoge SAT-Receiver gehören auf den E-Schrottplatz

Grieselige Bilder, stockender Ton: Das ist für Millionen von Fernsehzuschauern, die ihr Fernsehsignal noch analog via Satellit empfangen, ein immer mal wiederkehrendes Ärgernis. Dies soll sich spätestens am 30. April 2012 mit der Umstellung auf digitale Ausstrahlung ändern. Denn das soll den Nutzern ein deutlich besseres Bild samt hochauflösendem Fernsehen (HDTV) und eine bessere Tonqualität auch in Dolby Digital gewährleisten. Zudem haben sie dann die Auswahl aus über 200 satt bisher 36 Sendern über Astra.

In drei Millionen Haushalten in Deutschland wird Satelliten-Fernsehen noch analog empfangen. Doch trotz einer ersten Informationskampagne haben sich bisher erst wenige über das Thema Gedanken gemacht. Einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zufolge wussten ein Jahr vor dem Termin 40 Prozent der Empfänger von analogem Satellitenfernsehen nichts über die Abschaltung. Nur 20 Prozent haben sich mit der nötigen Umrüstung beschäftigt. «Vielen TV-Zuschauern ist nicht bewusst, dass ihre analogen Sat-Receiver ab Mai 2012 nur noch Elektroschrott sind», sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Handwerker-Engpässe drohen

Ähnlich wie Scheer rät auch Martin Braun, Chefredakteur der Fachzeitschrift «Infosat» zu einer frühzeitigen Umstellung auf die neue Technik. «Es sollte jetzt gehandelt werden, eventuell kann es im Frühjahr zu Engpässen kommen», sagt er. Dies beziehe sich nicht nur auf die Receiver und Empfangsteile (LNBs), sondern auch auf die Verfügbarkeit eventuell notwendiger Handwerker. Nach Angaben Brauns sind noch 40.000 Gemeinschaftsanlagen wie Krankenhäuser oder Altenheime umzurüsten.

Bei den allermeisten Systemen reiche der Austausch des analogen gegen einen digitalen Receiver, sagt Braun. Wessen Schüssel älter als zehn Jahre ist, der sollte aber auf jeden Fall überprüfen, ob er einen sogenannten Universal-LNB hat, der auch die gesamte digitale Sendervielfalt verarbeiten kann. Sei dies nicht der Fall, müsse das LNB ausgewechselt werden.

Braun rät, einen Fachmann zu beauftragen, schon um Unfälle beim Hantieren auf dem Dach zu verhindern.

Gehobene Receiver-Ausstattung empfehlenswert

Ein neuer Digitalreceiver sei unbedingt nötig – es sei denn, der Fernseher hat bereits ein entsprechendes Modul eingebaut. Einen Receiver gebe es schon ab 100 Euro, sagt «Infosat»-Chefredakteur Braun. Er rät allerdings zu einer leicht gehobenen Ausstattung mit HDTV-Unterstützung, speziell für Neueinsteiger beim Thema Satelliten-TV. «Die sollten dann gleich den zweiten Schritt gehen.»

Schließlich haben etwa die ARD und das ZDF angekündigt, ab Mai 2012 zehn weitere Digitalkanäle in HDTV auszustrahlen. Wer sich für Pay-TV interessiert, sollte auf jeden Fall ein Gerät wählen mit einer CI+-Schnittstelle. Zur Aufnahme von Fernsehsendungen rät Braun zu einem Receiver mit integrierter Festplatte oder zumindest mit einem USB-Anschluss, um Fernsehsendungen auf externe Medien bannen zu können. Ein handelsüblicher USB-Stick könnte dafür zu knapp sein. Braun beziffert die bei einem 90-Minuten-«Tatort» anfallende Datenmenge in Normalauflösung auf rund drei Gigabyte. In HD ist diese gut viermal so groß. Ein Markenreceiver mit zusätzlicher Netzwerkfähigkeit sei im spezialisierten Fachhandel ab 200 Euro erhältlich, sagt Braun.

Keinen schwarzen Bildschirm riskieren

In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen weisen die Berufsverbände ihre Mitgliedsbetriebe bereits seit längerer Zeit darauf hin, die Kunden für die Umstellung zu sensibilisieren, etwa der Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke in Dortmund. Dessen stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Simone Merkel rät den von der Analogabschaltung Betroffenen, schnell zu handeln. «Im Frühjahr kann es zu langen Wartezeiten kommen und wenn der Austausch nicht mehr rechtzeitig erfolgt, bleibt im schlimmsten Fall der Bildschirm Ende April schwarz.»

wat/dapd / Foto: Astra

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