[TechPraxis] Kaufberatung: Computer-Bildschirme vor dem Kauf stets selbst testen – Werbeversprechen nicht glauben

27. Mai 2011 | by TechFieber.de

[TechWissen] Kaufberatung: Computer-Bildschirme vor dem Kauf stets selbst testen - Werbeversprechen nicht glauben

Dicke Röhrenmonitore sind auf den meisten Schreibtischen längst schlanken Flachbildschirmen gewichen. Und die verfügen mittlerweile über immer größere Bildschirmdiagonalen. Dazu kommt eine fast unüberschaubare Vielzahl von Modellen mit unterschiedlichen Reaktionszeiten, Bildschirmformaten, Kontrastverhältnissen und sonstiger Ausstattung.

Wer derzeit einen neuen Monitor sucht, sollte mindestens zu einem 22-Zoll-Modell mit einer Auflösung von 1.680 mal 1.050 Pixeln greifen, rät Monitor-Experte Matthias Rößler vom Internetportal «CHIP Online». Statt des bisher verbreiteten 4:3-Formats sollte man aber ein Modell im Format 16:9 oder 16:10 wählen.

«Der Widescreen ist einfach übersichtlicher», sagt Rößler. So könne der Nutzer auf dem Schirm beispielsweise rechts eine Excel-Tabelle offen haben und Daten aus dieser per Mausklick in ein Word-Dokument auf der linken Seite verschieben. Wer es noch übersichtlicher möchte, sollte zum 24 Zoll-Gerät greifen, denn dieses kann zwei DIN A4-Seiten nebeneinander in Originalgröße darstellen.

Während im Bereich der Flachbildfernseher die Jagd nach möglichst hohen Hertz-Zahlen im vollen Gange ist, sind diese beim PC-Monitor zu vernachlässigen. Es sei denn, der Nutzer möchte damit 3D-Spiele machen, dann sind mindestens 120 Hertz erforderlich, ansonsten reichen flimmerfreie 60 Hertz aus, sagt der Experte.

Ähnlich ist es mit der vielfach als Kaufanreiz angegebenen Reaktionszeit. Diese gibt nur an, wie lange der Monitor zum Umschalten von Schwarz auf Weiß braucht. «In der Praxis kommt das nie vor, ist also uninteressant», sagt Rößler. Alles unter zehn Millisekunden könne der normale Mensch ohnehin nicht wahrnehmen. Ausnahme seien auch hier die Spielefreaks, welche hier auf einen möglichst niedrigen Wert wie etwa vier Millisekunden achten sollten.

Vor dem Kauf selbst testen

Für irrelevant hält Rößler zudem die Angaben der Hersteller zum Kontrastverhältnis oder der Helligkeit. «Das sind reine Werbeaussagen, die über die Qualität des Monitors nichts aussagen.» Generell sei es wichtig, sich vor dem Kauf einen Bildschirm im Fachgeschäft anzusehen, nur so ließe sich die Bildqualität wirklich zuverlässig beurteilen.

Um Blu-ray ansehen zu können, muss der Monitor über die entsprechenden Anschlüsse verfügen. «Günstige Geräte bieten oft nur analoge Schnittstellen, DVI sollte es aber auf jeden Fall sein, da sieht man bei der Bildqualität schon den Unterschied», sagt Rößler. Wegen des Kopierschutzes brauche der Bildschirm sicherheitshalber einen HDMI-Anschluss. In seltenen Fällen genüge auch ein DVI-Anschluss, welcher den HDCP-Kopierschutz unterstützt. Dies müsse man jedoch ausdrücklich im Geschäft oder beim Hersteller erfragen.

Für die Wiedergabe von HD-Inhalten ist Rechenkraft notwendig. Vor allem ältere Computer haben die HDMI-Schnittstelle noch nicht eingebaut, hier ist dann eine neue Grafikkarte notwendig.

Preise für Monitore fallen

Gute Monitore sind laut Tests von «CHIP Online» schon für 100 bis 150 Euro zu haben, wobei es richtig schlechte Modelle eigentlich gar nicht mehr gebe. «Wenn es um normale Office-Anwendungen geht, kann man mittlerweile nur noch wenig falsch machen», sagt Rößler. Deutlich tiefer müsse man bei Modellen mit exakter Farbwiedergabe etwa für Bildbearbeitung am PC greifen. Hier kann ein 22-Zoller schon einmal knapp an die 1.000 Euro kosten. Nach Beobachtung Rößlers fallen die allgemeinen Preise aber.

Im Vergleich zu Wohnzimmer-Flachbildschirmen spielt das Thema 3D bei den PC-Monitoren noch keine Rolle. «Das ist hauptsächlich ein Thema für Spieler», sagt Rößler. Nicht zuletzt die Preise für entsprechende Geräte hätten bis dato auch eine größere Verbreitung verhindert: Mit einem Aufschlag von 100 bis 150 Euro machen sie manche Modelle fast doppelt so teuer als die Zweidimensionalen.

wat/dapd

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