[TechBusiness] Frauenpower: SAP will jede vierte Führungsposition mit Frau besetzen

26. Mai 2011 | by TechFieber.de

 [TechBusiness] Frauenpower: SAP will jede vierte Führungsposition mit Frau besetzen Jede vierte Führungsposition bei Europas größtem Softwarehersteller SAP ; soll in sechs Jahren mit einer Frau besetzt sein. „Wir wollen unsere Frauenquote im Management von derzeit 18 Prozent jedes Jahr um einen Prozentpunkt steigern“, sagte SAP-Personalchefin Angelika Dammann der Nachrichtenagentur dpa. „Im Jahr 2017 wollen wir dann 25 Prozent erreicht haben.“

SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Mannheim, das Ziel sei ambitioniert. „Zugleich sind wir aber überzeugt, dass es erreichbar ist.“ Helfen sollen eine frauenfreundliches Image, eine gezieltere Förderung weiblicher Führungskräfte und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Das Unternehmen löse damit auch seine Zusage gegenüber der Bundesregierung ein, bis Ende des Jahres einen konkreten Plan vorzulegen, sagte Snabe. Die 30 Dax-Konzerne <DAX.ETR> hatten sich Ende März mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) darauf geeinigt, selbst Ziele festzulegen, wie sie den Frauenanteil in der Belegschaft und bei Führungskräften erhöhen können. Die EU-Kommission will der Wirtschaft bis zum März 2012 Zeit für eine freiwillige Lösung lassen und dann eingreifen.

„Wir werden bei SAP selbst noch stärker als bisher darauf achten, Frauen einzustellen“, versprach Snabe. Der Kampf um die gut ausgebildeten Frauen beginnt bereits an den Hochschulen. Denn der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware ist vor allem auf der Suche nach Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Absolventen von Technik-Studiengängen (MINT). Die Konkurrenz ist groß: „Wir fischen alle in demselben kleinen Teich“, sagte Dammann.

„Der zweite Bereich ist das Talentmanagement, wo wir die Frauen identifizieren und gezielt fördern, die für Managementpositionen infrage kommen“, sagte die Managerin, die im vergangenen Jahr als erste Frau den Sprung in den SAP-Vorstand schaffte. Snabe sagte, SAP werde sich außerdem noch mehr als bisher bemühen, Frauen in Führungspositionen auch langfristig ans Unternehmen zu binden.

Dammann kündigte an, auch die Rahmenbedingungen für Frauen weiter zu verbessern. „Ich denke, wir können da noch innovativer, noch mutiger sein.“ Flexibles Arbeiten und Jobsharing seien zum Beispiel im Führungsbereich sehr wichtige Werkzeuge. „So können gerade Frauen im Alter von 35 bis 45, auch wenn sie kleine Kinder haben und gerne ein bisschen weniger arbeiten wollen, trotzdem ihre Qualifikation entsprechend steigern und sich weiterentwickeln.“

Gefragt sind nach Ansicht der Personalexpertin aber auch die Politik, die Gesellschaft – und die Frauen selbst. „Die Quote allein kann einen nachhaltigen Wandel der Rolle der Frau nicht erzwingen“, sagte Dammann. „Für Frauen ist es wichtig, sich mehr ins Spiel zu bringen und sich mehr zuzutrauen.“

Eine gesetzlich vorgegebene Quote für Frauen in Vorständen oder Aufsichtsräten großer Unternehmen lehnt sie ab. Diese Top-Positionen deckten nur einen ganz kleinen Teil der Beschäftigten ab. Bei SAP arbeiten weltweit mehr als 53.500 Mitarbeiter, knapp 30 Prozent davon sind Frauen. „Die Diskussion muss in allen Unternehmen sehr wichtig sein, weil wir auf einen Führungskräftemangel hinsteuern – und ihn in einigen Bereichen schon haben“, sagte Dammann.

Konkrete Ziele haben sich viele große Unternehmen bisher aber noch nicht gesetzt. Zu den Ausnahmen zählen neben SAP auch Daimler <DAI.ETR> und die Deutsche Telekom <DTE.ETR>. Die Telekom will bis 2015 eine Frauenquote von 30 Prozent in der Führungsetage erreichen. Der Autobauer Daimler hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in leitenden Führungspositionen bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen.

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