Space-Web: Internet-Erfinder Vint Cerf will Planeten vernetzen

26. Mai 2011 | by Alex Reiger

 Space-Web: Internet-Erfinder Vint Cerf will Planeten vernetzenVint Cerf, einer der Väter des Internet, arbeitet jetzt an einem interplanetaren Netz. Bei den Verbindungen zu Weltraumsonden etwa auf dem Mars sei deutlich geworden, dass das von ihm miterfundene gewöhnliche Internet-Protokoll für Verbindungen im All nicht besonders gut geeignet ist.

«Zum einen merkt man auf diesen Entfernungen, dass die Lichtgeschwindigkeit auch zu langsam sein kann», sagte Cerf am Mittwoch in Potsdam. Zum anderen gerieten die Sonden wegen der Rotation der Planeten immer wieder aus der Funkzone und Daten gingen verloren. Für eine reibungslose Kommunikation mit Technik auf andere Planeten soll das Projekt «InterPlaNet» sorgen, an dem Cerf mitarbeitet.

Cerf wurde in Potsdam vom Hasso-Plattner-Institut mit dem HPI Fellowship Award geehrt. Der 67-Jährige hatte seit den 60er Jahren zusammen mit Robert Kahn das Internet-Protokoll TCP/IP entwickelt und damit den Grundstein für das heutige Internet gelegt. Die Grundidee, dass Informationen als kleine Datenpakete über das Netz verschickt und wieder zusammengesetzt werden, machte die problemlose Übertragung größerer Inhalte erst möglich. Der Internet-Pionier arbeitet inzwischen für den Suchmaschinen-Riesen Google als «Chief Internet Evangelist» und soll in dieser Funktion das Netz popularisieren.

Cerf warb eindringlich für einen schnelleren Übergang zum nächsten Version 6 des Internet-Protokolls. IPv6 soll unter anderem mehr Sicherheit bieten. «Damals, als wir in den 70er Jahre die heutige Version des Internet-Protokolls entwarfen, was es nur ein experimentelles Projekt. Außerdem gab es viele Technologien noch gar nicht, die heute das Netz sicherer machen können.» Der neue Standard ist zwar schon vor rund 15 Jahren beschlossen worden, aber kommt erst jetzt allmählich zum Einsatz.

Ein Grund für die Verzögerung ist, dass IPv6 nicht mit dem Vorgänger IPv4 kompatibel ist und Dienste parallel betrieben werden müssen. Zuletzt gewann die Umstellung aber etwas an Fahrt, da Anfang des Jahres die letzten Adressblöcke für IPv4 vergeben wurden.

Foto: dapd

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