[Web] Cyberkino: Film-Produzent Stefan Raiser setzt auf Online-Casting

24. Mai 2011 | by Reah

Nach Überzeugung von Filmproduzent Stefan Raiser könnten Filmrollen künftig immer häufiger über sogenannte Onlinecastings vergeben werden. Durch die Möglichkeiten, die das Internet biete, werde das «Nadelöhr Casting geweitet», sagte Raiser, Geschäftsführer der Münchener Produktionsfirma Dreamtool, im dapd-Interview. Der Produzent castete für seinen neuesten Fernsehfilm «Nina Undercover – Agentin mit Kids» (RTL, 26. Mai um 20.15 Uhr) rund 500 Schauspieler online.

Bei einem regulären Casting könne er sich meist nur 10 bis 15 Bewerber anschauen. «Häufig sind es immer die Gleichen», fügte Raiser hinzu. Um die idealen Hauptdarsteller für seinen Film zu finden, sei eine genaue Ausschreibung der Rollen an sämtliche Agenturen geschickt worden. «In dieser Größenordnung und durchorganisierten Form hat es das Onlinecasting in Deutschland noch nicht gegeben», berichtete der Produzent.

Die Schauspieler sollten demnach zwei vorgegebene Szenen aus dem Drehbuch spielen und die selbst gedrehten Aufnahmen auf einen gegen unberechtigte Zugriffe gesicherten Server hochladen. Da jeder Bewerber die gleichen Szenen gespielt habe, seien die Vergleichsmöglichkeiten optimal gewesen, erzählte Raiser.

Zudem erkennt der Produzent in den neuen technischen Möglichkeiten eine «Demokratisierung des Castings». Insbesondere unbekanntere Schauspieler, die über wenig Demomaterial verfügten, könnten vom Onlinecasting profitieren. «Auf diese Weise haben sie die Chance, sich zu präsentieren», erklärte er.

Gänzlich will aber auch Raiser nicht auf das herkömmliche Casting verzichten. Für «Nina Undercover» seien nur die ersten zwei Bewerbungsrunden online gelaufen. «Danach fand ein ‚reales» Casting statt, bei dem wir wegen der guten Vorauswahl bereits sehr gezielt schauen konnten«, erzählte Raiser. Dennoch ist er sich sicher: »Diese Form des Castings wird sich durchsetzen!«

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , ,

Antwort schreiben