[TechBusiness] Mobile-Riese Vodafone unter Druck: Gewinn knickt ein

18. Mai 2011 | by TechFieber.de

 [TechBusiness] [Mobile] Vodafone unter Druck: Umsatz steigt - Gewinn schrumpft  Ein starker Wettbewerbsdruck und die schwache Konjunktur in vielen südeuropäischen Ländern drücken auf die Gewinne des britischen Mobilfunkriesen Vodafone . Im Geschäftsjahr 2010/2011 (31. März) rutschte der Nettogewinn um mehr als acht Prozent auf 7,9 Milliarden Pfund, wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Auch die deutsche Tochterfirma, die gemeinsam mit der Telekom die Mobilfunkbranche in Deutschland dominiert, verzeichnete leichte Einbußen. Bei einem Umsatzplus von knapp drei Prozent auf 9,3 Milliarden Euro schrumpfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 1,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Während der Umsatz etwas höher ausfiel als von Analysten geschätzt, traf das EBITDA die Erwartungen. An der Londoner Börse lagen die im FTSE 100 <UKX.ISE> notierten Papiere am Nachmittag mit einem Plus von 1,13 Prozent auf 170,15 Pence im Spitzenfeld des Index, der gleichzeitig 0,47 Prozent verlor.

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TELEKOM ÜBERHOLT

Die Düsseldorfer verdrängten bei der Zahl der Mobilfunkkunden beziehungsweise der verkauften SIM-Karten die Telekom von der Spitzenposition. Bis Ende März kletterte die Zahl der Mobilfunkkunden um mehr als sechs Prozent auf 36,7 Millionen. Im vergangenen Jahr waren bei der Telekom die Teilnehmerzahlen allerdings durch die Ausbuchung von inaktiven Kunden mit vorausbezahlter Karte deutlich auf 34,7 Millionen gefallen. Bei den Gewinnkennzahlen und der Marge lagen die Bonner dagegen etwas besser als Vodafone.

Als einschneidend bezeichnete Vodafone unterdessen die regulatorischen Effekte auf die Entwicklung der Umsätze. Durch die deutliche Absenkung der Terminierungsentgelte, die die Bundesnetzagentur Ende vergangenen Jahres neu festgelegt hatte, gehen den großen Betreibern für die Durchleitung von Telefonaten in andere Netze dreistellige Millionen-Einnahmen verloren. Genaue Beträge nannte Vodafone zwar nicht, aber ohne diesen Regulierungseffekt wäre der reine Service-Umsatz 1,3 Prozentpunkte höher ausgefallen, hieß es.

MOBILE DIENSTE BOOMEN

Ungebrochen war bei Vodafone im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder das mobile Datengeschäft, das um knapp 28 Prozent zulegte. Mit Einnahmen von knapp 1,5 Milliarden Euro sei wieder ein Rekordergebnis erzielt worden. Kaum eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr gab es dagegen bei den schnellen Internet-Anschlüssen. Insgesamt lag die Zahl der DSL-Kunden bei Vodafone bei 3,5 Millionen. Damit ist das Unternehmen mit deutlichem Abstand hinter der Deutschen Telekom (11,9 Millionen Ende 2010) die Nummer Zwei im Breitbandgeschäft.

In Europa sieht der Konzern ein zweigeteiltes Bild. Während sich die nördlichen Länder wie Großbritannien, Deutschland und die Niederlande mit einem Umsatzplus von 2,7 Prozent positiv bemerkbar machten, schrumpften die Erlöse in den übrigen Ländern Europas um 2,9 Prozent. Insgesamt war das EBITDA in der Region um 3,7 Prozent rückläufig. Dabei machen Vodafone wie seinen Wettbewerbern die schrumpfenden Terminierungsentgelte zu schaffen. Diese Gebühren erhalten Netzbetreiber, wenn sie Gespräche an Anschlüsse in fremden Netzen weiterleiten.

INDIEN LEGT STARK ZU

Indien war im Gegensatz zu den etablierten Märkten für ein kräftiges Umsatzplus von 16,2 Prozent gut. Hier wuchs vor allem das klassische Sprachgeschäft. Der Preisdruck habe sich zudem stabilisiert, hieß es vom Vorstand.

Der Ausblick für das seit April laufende Geschäftsjahr fiel wie von Analysten erwartet aus. Demnach soll der bereinigte operative Gewinn zwischen 11,0 Milliarden und 11,8 Milliarden Pfund herauskommen und der Free-Cash-Flow bei 6,0 Milliarden bis 6,5 Milliarden Pfund liegen. Die EBITDA-Marge dürfte weiter rückläufig sein, allerdings weniger stark als im vergangenen Geschäftsjahr.

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