Umfrage: Werbung aufs Handy nervt, Gewinn-Anreize erhöhen Akzeptanz

6. Mai 2011 | by Alex Reiger

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Werbung aufs Handy? Nein, danke! Oder nur, wenn es einen Mehrwert gibt. So lässt sich das Ergebniss einer Befragung zusammenfassen, die die Werbe-Plattform InMobi in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen comScore durchführte. Demnach empfindet mehr als jeder zweite Handy-Nutzer in Deutschland Werbung als Belästigung – ist aber bei irgendeiner Form von Belohnung eher bereit, sie zu akzeptieren.

«Sie wollen mehr Werbeangebote, bei denen sie Geld sparen können», sagte der für Forschung zuständige Manager der Werbe-Plattform InMobi, Surag Patel. Als Gegenwert akzeptiert werde außerdem eine für Nutzer interessante Information über neue Produkte oder Marken. InMobi ist nach eigenen Angaben das weltgrößte Unternehmen für den Transport von mobiler Werbung.

Die Befragung von insgesamt 20 000 Verbrauchern in 14 Ländern ergab, dass die Ablehnung von mobiler Werbung in Deutschland mit insgesamt 56 Prozent größer ist als in anderen EU-Ländern. So betrachten 37 Prozent der Befragten in Deutschland Anzeigen auf dem Handy als ein unangenehmes Eindringen in ihre Privatsphäre (verglichen mit 15 Prozent in der EU). Weitere 19 Prozent gaben an, dass ihnen mobile Werbung eher unangenehm sei. Lediglich 30 Prozent der Befragten in Deutschland erklärten, sie fühlten sich bei Werbung auf dem Handy «etwas oder sehr komfortabel».

InMobi-Manager Patel sagte, es sei zu erwarten, dass die Akzeptanz zunehme, wenn die Werbewirtschaft den Bedürfnissen der Handy-Nutzer entgegenkomme. Bisher aber rangierten Rabatte und andere finanzielle Vergünstigungen in der Skala der bereits mit mobiler Werbung erlebten Vorteile ganz unten.

Mit der Weiterentwicklung der mobilen Geräte werde es auch neue Werbemöglichkeiten geben, sagte der Europa-Chef von InMobi, Rob Jonas. Auf den jeweiligen Aufenthaltsort des Nutzers bezogene Werbung sei in der Branche ein heißes Thema. Ebenso wichtig seien aber andere Faktoren wie die zielgruppengerechte Ansprache nach Kriterien wie Geschlecht, Alter, Einkommen oder Lebensstil.

Technisch sei vieles möglich, sagte Jonas im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage nach einer Nutzung von ortsbezogenen Daten, wie sie vom iPhone (Apple) oder von Smartphones mit dem Betriebssystem Android (Google) erhoben werden. Zugleich aber betonte er: «Es gibt keine Gespräche zwischen uns und Apple.» Sowohl die öffentliche Meinung als auch die gesetzlichen Bestimmungen seien bislang hohe Hürden für Werbung, die direkt in die jeweilige Situation der Nutzer eingreife. Die immer wieder angeführte Handy-Werbung vom Laden um die Ecke gebe es bislang kaum.

Da die Werbeplattform allein im März dieses Jahres insgesamt 31,9 Milliarden Anzeigen auf die Bildschirme mobiler Geräte transportiert hat, kann InMobi eigene Analysen zu diesem Markt vorlegen. Demnach haben Geräte mit dem Android-System von Dezember 2010 bis März in Europa um 14,3 Prozentpunkte zulegen können. Sie hätten – gemessen an der Auslieferung von mobiler Werbung auf Webseiten oder in mobilen Anwendungen – nun einen Marktanteil von 29,1 Prozent. Gleichzeitig fiel das Apple-System iOS um 10,2 Prozentpunkte auf 20,1 Prozent zurück. Auf den weiteren Plätzen folgen Symbian – das System der Nokia-Smartphones – mit 12,4 Prozent und Blackberry mit 8,3 Prozent.

Auch weltweit liegt jetzt Android vor iOS – allerdings rangieren davor noch Symbian an erster Stelle und dahinter das Nokia-System für einfache Handys, die vor allem in Afrika und Asien noch weit verbreitet sind. Auf Windows Phone 7 entfalle bislang ein Anteil von weniger als einem Prozent der Abrufe von mobiler Werbung, sagte Patel. «Auf lange Sicht wird Windows Phone 7 aber unter die drei führenden Systeme aufrücken», erwartet der InMobi-Manager – maßgeblich unterstützt von der geplanten Übernahme des Microsoft-Betriebssystems durch Nokia. (tf/arei/dpa)

 

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