[TechBusiness] Siemens will 7,5 Milliarden Euro Gewinn einfahren – und plant Zukäufe

4. Mai 2011 | by TechFieber.de

 [TechBusiness] Siemens will 7,5 Milliarden Euro Gewinn einfahren - und plant Zukäufe Siemens hat nach einem starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose für dieses Jahr kräftig erhöht. Nach 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr wolle der Elektronikkonzern jetzt mindestens 7,5 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften, sagte Vorstandschef Peter Löscher am Mittwoch in München. Treiber seien nicht nur die Schwellenländer, sondern auch Deutschland. Siemens wachse aber nicht nur organisch, sondern plane auch Übernahmen, sagte Löscher.

Der Technologiekonzern habe im zweiten Quartal «auf breiter Basis ein herausragendes Auftragswachstum erzielt» und rechne im Gesamtjahr jetzt mit einem zweistelligen Zuwachs der Bestellungen, erklärte Löscher. Der Jahresumsatz soll um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen.

«Nach einem hervorragenden ersten Quartal haben wir bei Wachstum und Gewinn mit einem starken zweiten Quartal nachgelegt», sagte der Konzernchef. Das Geschäft kam in allen Sektoren und Regionen voran. Der Auftragseingang schnellte um 28 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro hoch, der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis verdoppelte sich auf 3,7 Milliarden Euro. Entscheidend für diesen Sprung war der Verkauf der Beteiligung am französischen Atomkraftwerksbauer Areva, der 1,5 Milliarden Euro in die Kasse spülte. Aber auch ohne diesen Sondererlös stieg das Quartalsergebnis der Sektoren um 18 Prozent.

In diesen Zahlen nicht enthalten ist die angeschlagene IT-Sparte SIS, die im Februar an das französische Unternehmen Atos verkauft wurde, aber noch einmal und mit einem Verlust von 345 Millionen Euro zu Buche schlug, sowie der Lampenhersteller Osram, der 87 Millionen Euro Gewinn machte und im Herbst an die Börse gebracht werden soll. Unter dem Strich verdoppelte Siemens seinen Quartalsgewinn nach Steuern von 1,49 Milliarden auf 2,84 Milliarden Euro.

In Deutschland 2.600 neue Stellen

Siemens profitiere nicht nur von der Dynamik in den Schwellenländern, wo bereits ein Drittel der Aufträge und des Umsatzes erwirtschaftet werden, sondern «auch vom Wachstum in Deutschland», betonte Löscher. Allein in Deutschland habe Siemens seit Oktober 2.600 neue Stellen geschaffen, 3.300 Stellen seien derzeit offen, die meisten davon für Ingenieure und Naturwissenschaftler.

Im Heimatmarkt stieg der Auftragseingang um 77 Prozent – nicht nur wegen des schwungvollen Industriegeschäfts, sondern auch wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energieträger. Großaufträge wie der Windpark vor der Nordsee-Insel Borkum oder ein Gaskraftwerk in Saudi-Arabien machten den Energiesektor bei Siemens zum größten Wachstumstreiber mit einem Auftragswachstum von 51 Prozent. Während das Ergebnis der fossilen Energiesparte stieg, fiel es bei den erneuerbaren Energieträgern wegen hoher Entwicklungs- und Vertriebskosten.

Weil die Wirtschaft schon seit Sommer 2010 wieder besser läuft, rechnet Siemens im zweiten Halbjahr mit einer Abschwächung der Wachstumsraten. Aber das Niveau sei stabil, «in den Märkten gibt es keine erkennbare Veränderung», sagte Finanzchef Joe Kaeser. Außerdem wird Siemens im dritten Quartal den größten Auftrag seiner Geschichte verbuchen: Die Bestellung von 300 IC-Züge für sechs Milliarden Euro für die Deutsche Bahn.

«Wollen uns auch durch Akquisitionen verstärken»

Siemens erziele beim organischen Wachstum Spitzenwerte, «aber wir wollen uns auch durch Akquisitionen verstärken», sagte Löscher. Der Konzern sehe sich auch aktiv global nach Übernahme-Kandidaten zur Verstärkung seines Kerngeschäfts um. «Es wird eine Kombination aus beidem», kündigte der Konzernchef an. Näheres könne er heute aber nicht dazu sagen.

Im ersten Halbjahr machte Siemens mit fortgeführten Aktivitäten bereits 5,0 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern. Nach dem Eingang der 1,5 Milliarden Euro von Areva hob Löscher die Jahresprognose von bisher 5,5 Milliarden «auf mindestens 7,5 Milliarden Euro an».

wat/dapd

Antwort schreiben