Datenklau: Union will CE-Riese Sony in Regress für Schäden aus Daten-Diebstahl nehmen

28. April 2011 | by Alex Reiger

Datenklau: CDU Union will Sony in Regress für Schäden aus Daten-Diebstahl nehmen

Die Union fordert vom Elektronikkonzern Sony Ersatz für etwaige finanzielle Schäden durch die millionenfache Entwendung von Kundendaten. «Ich sehe hier Sony klar in der Haftung», sagte der rechtspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer (CSU), der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Es sei ein starkes Stück, dass der Konzern zunächst Tage gebraucht habe, den Datenklau überhaupt zu bemerken und anschließend mehr als eine Woche verstreichen lassen habe, bevor er seine Kunden über den Fall informierte.

Nach Sony-Angaben ist das Playstation-Network des japanischen Unternehmens Opfer eines Hackerangriffs geworden. Bei der Attacke sind möglicherweise auch Kreditkartendaten von Nutzern gestohlen worden. Von dem Angriff betroffen waren nach Angaben des Unternehmens 77 Millionen Nutzerkonten.

Die FDP-Innenexpertin Gisela Piltz sagte, sie sehe die jüngsten Vorfälle bei Sony und Apple als bestes Argument für die geplante Stiftung Datenschutz. Mit ihr könne die nötige Sensibilität bei Bürgern und Unternehmen für einen sparsamen Umgang mit persönlichen Daten geschaffen werden. «Auch monopolähnliche Unternehmen sollten die Macht von informierten Verbrauchern nicht unterschätzen», sagte Piltz dem Blatt. «Informierte Verbraucher stimmen mit den Füßen ab und können bei weiterer Missachtung der Persönlichkeitsrechte auch etablierten Anbietern jederzeit den Rücken kehren.»

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sprach von einem «Daten-GAU», der zeige, dass es immer ein Restrisiko gebe, wenn viele Daten gespeichert werden. «Datensparsamkeit und Datensicherheit sind zentrale Grundvoraussetzungen, um solch einen Daten-GAU zu verhindern», sagte er der Zeitung.

ari/dapd

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