[Web] Besser Surfen: Welcher Browser-Typ passt am besten zu mir?

20. April 2011 | by TechFieber.de

 Besser Surfen: Den passenden Internet-Browser finden Wer die Wahl hat, hat die Qual: Die neuen Versionen der Web-Browser versprechen mehr Komfort beim Surfen im Internet. Sie sind kostenlos und ähneln sich im Funktionsumfang. Doch welcher Browser taugt für wen?

Ob Explorer, Firefox, Opera, Safari oder Chrome: Die Auswahl an Browsertypen ist groß. Schnell und sicher sind sie alle, sagen Experten. Kleine Unterschiede gibt es dennoch. Und oft geben sie den Ausschlag: «Gerade die nicht-funktionalen Aspekte führen zur Wahl des Browsers», erklärt Stephan Ziegler, Bereichsleiter Software beim IT-Branchenverband Bitkom. Dazu gehöre vor allem die Bedienbarkeit, aber auch die gefühlte Sicherheit bei der Nutzung.

Meistgenutzter Browser ist der Firefox von Mozilla. Bei den Nutzerzahlen liegt er vor dem etablierten Internet Explorer (IE) von Microsoft. In einer Studie zur Browsernutzung in Deutschland 2010 ermittelten die Hamburger Marktforscher Fittkau & Maaß für den Firefox einen Marktanteil von 48 Prozent, der Microsoft-Browser erreichte nur 36,4 Prozent.

Der Firefox sei besonders unter Sicherheitsaspekten gut aufgestellt, der neue IE habe seine Qualitäten vor allem im Bereich Multimedia, sagt Dominik Hoferer von der Zeitschrift «Chip». Vor allem grafisch aufwendige Internetseiten bauen sich beim Internet Explorer 9 schnell und flüssig auf, lautet das Testurteil der Zeitschrift «Computer-Bild». Grund dafür sei die neue Scripting-Engine «Chakra», die auf Webseiten häufig vorkommende Java-Script-Inhalte zügig berechnet.

Java-Script wird zur Programmierung sogenannter aktiver Inhalte benutzt. Bei vielen Angriffen von Hackern oder Betrügern spielen diese eine zentrale Rolle, sagt Florian Hillebrand vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Deshalb sei es wichtig, aktive Inhalte nur im Einzelfall zu erlauben. Genau das könne der IE 9. Durch eine sogenannte Anti-Tracking-Funktion ist außerdem der Datenschutz optimiert worden. Eine Schwäche des Explorers blieben aber die spärlichen Erweiterungsmöglichkeiten, sagt Dominik Hoferer. Der Mozilla Firefox habe da mehr zu bieten.

Wem flottes Surfen über alles geht, der ist Hoferer zufolge mit Chrome gut beraten. Der Google-Browser sei auch wegen seiner schlicht und funktional gehaltenen Benutzeroberfläche beliebt: Adress- und Suchleiste sind beispielsweise vereint. Auch Opera und der Safari von Apple schneiden in Schnelligkeitstests sehr gut ab. Sie werden aber nur wenig genutzt. Die geringe Verbreitung kann aber auch ein Vorteil sein, sagt Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit (ifis) an der Fachhochschule Gelsenkirchen. «Sicherheitslücken werden nicht so schnell ausgenutzt.»

Gute Browser können Hillebrand zufolge Sicherheitsupdates automatisch einspielen. «Sie stehen kurzfristig nach dem Schließen von Lücken zur Verfügung.» Beim Chrome und Internet Explorer 9 ist das etwa der Fall. Andere verlangen eine Zustimmung für das Update. Besonders schnell schließe Mozilla Lücken beim Firefox, sagt Spooren.

Unter Sicherheitsaspekten betrachtet, sollte der Safari-Browser nur im abgesicherten Modus betrieben werden, rät Hoferer. «Bei der Nutzung des abgesicherten Private-Mode hat er sich bewährt.» Vorsicht sei dagegen beim Chrome geboten: Google sammele beim Surfen kontinuierlich Daten über den Nutzer und platziere entsprechende Werbeangebote, sagt der Experte.

Positiv fällt der Chrome durch seine Sandbox-Technologie auf: Unter Windows werden Flash-Inhalte in einem isolierten Bereich ausgeführt. «Angreifern wird die Ausnutzung von Lücken erschwert», erklärt Sebastian Spooren. Der Internet Explorer 9 und der Firefox 4 arbeiten mit ähnlichen Technologien. «Es gibt keinen Browser, von dem man abraten kann», lautet das Fazit von Dominik Hoferer. Und es spricht natürlich auch nichts dagegen, mehrere Browser parallel zu installieren, auszuprobieren und zu nutzen.

Uralt-Browser verbannen

Neue Versionen von Webbrowsern erscheinen in regelmäßiger Geschwindigkeit. Schon aus Sicherheitsgründen sollten die neuesten Versionen auch genutzt werden. Wer veraltete Browser-Versionen verwendet, surft nicht nur erheblich langsamer im Netz. Auch das Sicherheitsrisiko steigt: «Man läuft Gefahr, dass Fremde unbemerkt vollen Zugriff auf das eigene System erlangen», warnt Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit (ifis) der Fachhochschule Gelsenkirchen. Sensible Daten, etwa fürs Online-Banking, könnten bei Uralt-Browsern viel leichter ausgespäht und abgegriffen werden.

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