Streetside: Zoff um Microsoft-Mapping-Dienst erstmal vertagt

19. April 2011 | by TechFieber.de

Streetside: Zoff um Microsoft-Mapping-Dienst geht nach Ostern weiter

Der Streit um den geplanten Internet-Straßendienst «Streetside» von Microsoft wird frühestens nach Ostern geklärt. Die Gespräche mit dem bei München angesiedelten deutschen Ableger des Konzerns sollten erst nach den Feiertagen fortgesetzt werden, sagte der Chef des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, am Dienstag auf dapd-Anfrage in Ansbach. «Wir bestehen auch weiter bei ‚Streetside‘ auf einem Vorab-Widerspruch – so wie Google das mit ‚Street View‘ auch gemacht hat.» Sollte der IT-Konzern nicht einlenken, will Kranig eine bundesweit bindende Verfügung erlassen.

Microsoft will für seinen geplanten «Street View»-Konkurrenten am 9. Mai in Nürnberg, Erlangen und Fürth damit beginnen, die Fassaden deutscher Städte zu fotografieren. Anders als Google plant Microsoft derzeit nicht, Betroffenen vor der Veröffentlichung die Möglichkeit einzuräumen, Wohnungen und Häuser verpixeln und damit unkenntlich machen zu lassen. Das will Microsoft aber im Nachhinein ermöglichen, wie das Unternehmen bereits zuvor mitgeteilt hatte. Mehr als 50 weitere Städte sollen folgen. Microsoft will erste Bilder «ab Sommer 2011» online stellen.

«Betroffene müssen die Möglichkeit haben, die Veröffentlichungen vor dem Start des Produkts zu verhindern», forderte hingegen Kranig. Er sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert: «Unser Ziel ist es nicht, ‚Streetside‘ zum Scheitern zu verurteilen.» Kranig betonte jedoch, er werde darauf achten, dass die Interessen der Betroffenen gewahrt würden. «Wenn Microsoft das nicht macht, dann müssten wir eine Verfügung erlassen, die Microsoft untersagt, seine Aufnahmen ins Netz zu stellen.» Das Unternehmen müsste dann dagegen vorgehen. Eine solche Verfügung wäre bundesweit bindend, sagte Kranig.

wat/dapd

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