Telekom-Musterprozess: Urteil in Telekom-Musterprozess verzögert sich weiter

8. April 2011 | by TechFieber.de

 Telekom-Musterprozess:  Urteil in Telekom-Musterprozess verzögert sich weiterTelekom Urteil in Telekom-Musterprozess verzögert sich weiter – Verfahren für 17.000 Kläger läuft seit rund drei Jahren – Neue Anträge =

Frankfurt/Main (dapd). Auch nach rund drei Jahren ist ein Urteil im Musterprozess um den dritten Börsengang der Deutschen Telekom nicht absehbar. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main verschob die für Mittwoch (13. April) angesetzte Urteilsverkündung zunächst auf 18. Mai. Auch dieser Termin sei aber noch nicht sicher, erklärte ein Gerichtssprecher am Freitag.

Grund für die Verzögerung sind den Angaben zufolge neue Anträge der Klägerseite. In dem komplizierten Ablauf nach dem speziell mit Blick auf dieses Verfahren geschaffenen Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz muss zunächst das Landgericht über Anträge entscheiden, die dann gegebenenfalls an das OLG weitergereicht werden.

Hinter dem Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht stehen rund 17.000 Kläger, die durch den rapiden Kurssturz der Telekom-Aktie kurz nach dem dritten Börsengang im Juni 2000 teilweise Millionenbeträge verloren haben. Die Anleger, vertreten durch einen Musterkläger, wollen Fehler oder Versäumnisse im damaligen Börsenprospekt nachweisen. Dadurch könnten sie Schadenersatz geltend machen, die Rede ist von etwa 80 Millionen Euro.

Einer der Kritikpunkte der Anleger ist, dass sie nicht auf die Risiken bei der milliardenschweren Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream, das später in T-Mobile USA umbenannt wurde und das jetzt an AT&T verkauft werden soll, hingewiesen worden seien. Zudem sei das Immobilienvermögen der Telekom zu hoch angesetzt gewesen.

Das OLG hatte die Klagen zusammengeführt und den Musterprozess seit April 2008 verhandelt. Wegen zahlreicher Beweisanträge und der zeitaufwendigen Befragung von Zeugen in den USA kam es immer wieder zu Verzögerungen.

wat/dapd

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