[Video] R.I.P. Knut: Tausende nehmen online Abschied von Berliner Promi-Eisbär

20. März 2011 | by Denise Kohmann

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Die Trauer um den toten Berliner Eisbären Knut ist im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos: Auf der ganzen Welt wollten Menschen ihre Gedanken zum Tod des Eisbären-Stars mitteilen. Bei Twitter und Facebook nahmen am Samstag und Sonntag Tausende Anteil. Auch internationale Medien verbreiteten die Nachricht auf ihren Webseiten.

Seit seiner Geburt war Knut ein Medienstar. Internationale Medien berichteten immer wieder über die rührende Geschichte des kleinen Eisbären, der von seinem Ziehvater Thomas Dörflein per Hand aufgezogen wurde. Über Twitter wurde die Nachricht vom Tod Knuts am Samstag in Sekundenschnelle verbreitet. Tausende verlinkten Artikel und Videos in zahlreichen Sprachen.

Andere äußern aber auch Unverständnis über den Medien-Hype, der Knuts Leben und Tod begleitete. «Wen interessieren Japan und Libyen, wenn Eisbär Knut tot ist?», fragt eine Twitterin ironisch. Ein anderer bringt es deutlicher auf den Punkt: «Knut ist mir scheissegal. Japan ist wichtiger, verdammt.»

Doch die höchst emotionalen Trauerbekundungen überwiegen die Kritiker. Zu den Facebook-Gruppen «Knut» und «Knut der kleine Eisbär» kam am Samstag noch Gruppen namens «R.I.P. Knut – Wir werden dich vermissen» und «R.I.P. Knut – We love you forever» (Ruhe in Frieden Knut – wir werden Dich immer lieben) hinzu.

Auf allen vier Seiten hinterließen die Nutzer ihre Abschiedsgrüße an Knut auf Deutsch und Englisch. «Du warst ein besonderer Bär, denn Du hast den Menschen Freude gebracht. Ich danke dir für die schönen Momente mit dir und wegen dir. Nun seit ihr wieder vereint – Thomas Dörflein und Knut», schreibt eine Facebook-Nutzerin. Knuts Ziehvater Dörflein war 2008 einen plötzlichen Herztod gestorben.

Laut der Berliner Tageszeitung «B.Z. am Sonntag» vermeldete Twitter kurz nach dem Ereignis 30 neue Einträge pro Minute. Auch am Sonntag wurde die Nachricht weiter verbreitet. Das Stichwort Knut war eines der häufigsten bei Twitter. Wer draufklickte, sah Twittermeldungen etwa in niederländischer, spanischer, russischer oder gar chinesischer Sprache.

Knut war vor allem im Jahr 2007 ein Symbol: Der süße Eisbär stand stellvertretend für seine bedrohte Art in Zeiten des Klimawandels.

Der Kult um den kleinen Knut aus Berlin stand noch für einen anderen Wandel, nämlich den des Bildes von Deutschland. Ein Jahr, nachdem sich die Welt an einem entspannten Gastgeber der Fußball-WM erfreut hatte, passte die herzzerreißende Geschichte des verstoßenen Eisbär-Babys, das dank des liebevollen Tierpflegers überlebt, gut ins Konzept. Deutschland – das freundliche, nicht (mehr) verbissene Land.

Spätestens seit der Knut-Story gelten die Deutschen als die mit den schönen oder skurrilen Tiergeschichten. Nach Knut wurden zum Beispiel der «seherische» Krake Paul aus Oberhausen oder das schielende Opossum Heidi aus Leipzig international bekannt.

Foto: Eisbär Knut im Jahr 2007 Wikimedia_cc_Jensk369_Jens-Koßmagk

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