[HDD] Obacht geben, länger leben: Festplatten halten nicht ewig – der nächste Speicher-Crash ist vorprogrammiert

18. März 2011 | by TechFieber.de

[HDD] Obacht geben, länger leben: Festplatten halten nicht ewig - der nächste Speicher-Crash ist vorprogrammiert

Festplatten sind das Langzeitgedächtnis eines Computers. Auf ihnen werden neben den Programmen sämtliche Dateien gespeichert – also auch Fotos, Musik, Filme und Dokumente. Leider sind Hard Disk Drives (HDD) recht störanfällig und haben nur eine begrenzte Laufzeit. Wenn sie kaputt gehen, sind die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugänglich und können nur noch durch teure Spezialverfahren gerettet werden.

Ein Festplatten-Crash kündigt sich häufig schon vorher an, man muss die Alarmsignale nur deuten können, sagt Boi Feddern von der Computerzeitschrift «c’t». Nehmen beispielsweise Meldungen fehlerhafter Sektoren zu, ist dies ein klarer Hinweis darauf, dass mit der Festplatte etwas nicht stimmt. Neben der Datensicherung sollte der Nutzer zudem die Festplatte mit Diagnose-Tools genauer unter die Lupe nehmen.

Bei der Diagnose helfen Smart-Tools

Für die Analyse von Festplatten gibt es ein spezielles Verfahren: Das System zur Selbstüberwachung, Analyse und Statusmeldung (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology), kurz Smart genannt. Es ist Bestandteil jeder Festplatte und ermöglicht es, Probleme und Defekte frühzeitig zu erkennen. Im laufenden Betrieb liefert es ständig Statusmeldungen an das Betriebssystem. Beim Hochfahren des Computers fragt das BIOS, («basis input/output-system»), darüber den Zustand der Festplatte ab. Auch die Diagnose-Tools der Festplatten-Hersteller arbeiten mit Smart-Daten. Zudem gibt es im Internet spezielle Smart-Tools, die alle möglichen Informationen über den Status der Festplatte liefern. Sie geben unter anderem die Betriebstemperatur, die bisherige Laufleistung der Festplatte und die Zahl der defekten Sektoren an.

Ein paar defekte Sektoren sind auf den meisten Festplatten zu finden. Die Hardware kann diese Fehler korrigieren, indem sie Reservesektoren nutzt. Sind jedoch immer mehr Sektoren defekt, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf einen schleichenden Defekt. Dringt im laufenden Betrieb ein rhythmisches Klacken aus dem PC, sollte man sofort hellhörig werden: Die Festplatte hat definitiv ihr Lebensende erreicht, alle darauf befindlichen Daten sollten dringend gesichert werden.

Festplatten-Crash kündigt sich nicht immer an

Doch nicht immer gibt es derart klare Hinweise auf einen bevorstehenden Totalausfall. Festplatten bestehen aus mechanischen Teilen, die verschleißen und sehr empfindlich auf Stöße und Ähnliches reagieren. Dass eine Festplatte eine Lebenszeit von drei Jahren hat, bedeutet noch längst nicht, dass sie auch so lange hält. Grundsätzlich kann sie jederzeit kaputtgehen – daher sollte man regelmäßig Backups von allen Daten machen.

Ein plötzlicher Ausfall ist nicht nur durch Verschleiß, sondern auch durch Überspannung und unsachgemäße Behandlung möglich. Laut Feddern gehen User nicht selten zu sorglos mit HDD-Festplatten um. Es handele sich um hochfeine Mechanik, die sehr empfindlich auf Einwirkungen von außen reagiere, warnt er. Schon beim Kauf und beim Einbau kann Einiges schief gehen. Festplatten sollten in einer antistatischen Kunststoffbox geliefert werden und dabei auch gut vor Stößen geschützt sein. Bekommt man vom Internet-Händler einen Pappkarton mit einer ungeschützten HDD, ist die Gefahr groß, dass sie schon beim Versand beschädigt wurde und die Lebensdauer dadurch deutlich gesunken ist. Wer beim Einbau unsanft mit der Festplatte umgeht, kann sie ebenfalls beschädigen.

Zu hohe Temperaturen schaden der HDD

Festplatten reagieren auch auf zu hohe oder zu niedrige Temperaturen empfindlich. Die Betriebstemperatur sollte laut Feddern bei 35 bis 45 Grad liegen. Alles darüber oder darunter macht die Festplatte anfälliger für Beschädigungen, auch wenn sie prinzipiell für Betriebstemperaturen von 0 bis 60 Grad ausgelegt ist. Im Hochsommer können Highspeed-HDD kritische Temperaturen erreichen. Dann sollte man überlegen, ob man Geld für einen zusätzlichen Lüfter ausgeben will. Auch wenn mehrere Festplatten auf engstem Raum nebeneinander betrieben werden, sollte man ab und zu die Temperatur kontrollieren. Bei einer Energiespar-HDD hingegen ist die Betriebstemperatur meist kein Problem.

Eine Alternative zu herkömmlichen Festplatten sind Solid State Drives (SSD). Sie sind unempfindlich gegenüber mechanischen Belastungen und beschleunigen den Rechner deutlich. Im Normalfall werden sie für das Betriebssystem genutzt, da auf ihnen deutlich weniger Platz ist als auf einer HDD. Auf einer zweiten Festplatte, einer HDD, befinden sich die meisten Daten. Solche Tandem-Lösungen seien allerdings ebenfalls nicht vor einem Ausfall gefeit, warnt Feddern.

SSD haben zwar keine Mechanik, die kaputt gehen kann, aber es handelt sich nach Angaben des «c’t»-Experten um eine noch sehr junge und vergleichsweise unausgereifte Technologie. Bei den ersten SSD-Festplatten konnte schon ein zwingendes Firmware-Update dazu führen, dass sie kaputt gingen. Die Ausfallrate ist zwar inzwischen längst nicht mehr so hoch, doch auch eine SSD hat nur eine begrenzte Lebensdauer – die Hersteller geben meist nur eine Garantie von zwei bis drei Jahren.

Smart-Tools müssen bei SSD nicht unbedingt funktionieren

Hinzu kommt, dass die Warnsignale vor einem Crash schwieriger zu deuten sind. Die Smart-Tools aus dem Internet funktionieren hier nicht unbedingt, da es sich um eine völlig andere Technologie als bei HDD-Festplatten handelt. Zudem bieten nicht alle Hersteller von SSD-Festplatten Diagnose-Tools an. Akustische Warnsignale fallen weg, da es keine mechanischen Teile gibt. Wenn jedoch häufiger Schreib- oder Lesefehler auftreten, ist dies ein Hinweis darauf, dass es mit der SSD zu Ende geht

ent/dapd / Foto: Toshiba

Comment (1)

  1. dir-info.de says:

    […] ganz gut, wenn man die Festplatten-Sicherung der Fotos online im Internet hinterlegt hat. Denn Festplatten halten nicht ewig, worauf auf techfieber.de aufmerksam macht. Allgemein […]

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