[Erdbeben] Geophysiker: Japanisches Erdbeben der Stärke 9 war nicht vorauszusagen

17. März 2011 | by TechFieber.de

 [Erdbeben] Geophysiker: Japanisches Erdbeben der Stärke 9 nicht unmöglich vorauszusagen Das folgenschwere Erdbeben in Japan und der Tsunami waren nach Angaben eines Forschers unmöglich vorauszusagen. Geophysiker Joachim Saul vom Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam erklärte nach Auswertung von Messdaten, dass das Beben der Stärke 9,0 vom Freitag zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt kam. Zwei Tage zuvor hatte die Erde mit einer Stärke von 7,2 gebebt. Normalerweise folgten auf ein Beben dieser Stärke so schnell keine noch heftigeren Erdstöße, sagte Saul.

Andere Forscher des GFZ haben unterdessen die Verschiebung der Erdplatten berechnet, die Auslöser des schweren Bebens waren. Laut GFZ-Sprecher Franz Ossing schob sich die Nordpazifische Erdplatte unter die Nordamerikanische Platte, wobei die Nordamerikanische vier bis sieben Meter nach oben sprang. Dieser Ruck bewegte Wassermassen im Pazifischen Ozean und der Tsunami türmte sich auf. Die beiden Platten drückten auf einer Länge von rund 400 Kilometern gegeneinander.

Durch die Erdbewegungen habe sich die Ostküste Japans um fünf Meter gen Osten verschoben. Teilweise sei die Erde an manchen Stellen einfach aufgerissen, sagte Ossing. Diese Verschiebungen seien wohl unumkehrbar. Die Pazifische Platte werde sich weiter unter Japan schieben. Erdbeben seien in der Region deshalb «für die nächsten Millionen Jahre vorprogrammiert», sagte Ossing. Im Potsdamer GFZ überwachen die Forscher Erdbeben auf der ganzen Welt in Echtzeit, indem sie rund um die Uhr Daten von rund 600 Messstationen beziehen.

Das Erdbeben vom Freitag hat Schätzungen zufolge Zehntausende Menschenleben gekostet. Mindestens 450.000 Menschen flüchteten nach Polizeiangaben in Notunterkünfte. Weiterhin groß ist die Angst vor einer möglichen Ausweitung der Atomkatastrophe am Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi.

wat/dapd

Antwort schreiben