[Cebit] Vorschau, die vierte: Software – zwischen Erweiterung und Abgrenzung

10. Februar 2011 | by Gerhard Bachleitner

[Cebit] Vorschau, die vierte: Software - zwischen Erweiterung und Abgrenzung

Die Softwarebranche ist von zwei Tendenzen geprägt, der Auslagerung von Funktionen in ein tendenziell offenes Netz, was oft auch mit Virtualisierung verbunden ist, und dem allgegenwärtigen und unaufhebbaren Sicherheitsproblem

Das Sicherheitsproblem wird durch zunehmende Vernetzung und zunehmende Rechenleistung von Endgeräten, etwa der Smartphones, immer noch größer. Was wir hierzu von Symantec hörten, stimmte nicht eben hoffnungsvoll.

Der eigene Norton-Namensserver, der anhand einer Schwarzen Liste filtert, ist offensichtlich nur eine schwache, defensive Maßnahme, ebenso wie die Fernlöschung eines gestohlenen oder sonst gekaperten Mobilgerätes. Dass der Virenschutz bei Smartphones kostenpflichtig zu werden droht, ist vielleicht eine Gefahr für die Sicherheitsmoral in der Mobilkommunikation.

Der Sicherheitsanbieter Trend Micro machte darauf aufmerksam, dass die Virtualisierung von Rechenleistung von Anfang an ein Sicherheitsproblem darstellt. „Solution Architect“ Udo Schneider plädierte für einen Paradigmenwechsel: die Virtuelle Maschine müsse sich selbst verteidigen können, weil keine Umgebung als vertrauenswürdig vorausgesetzt werden dürfe. Als Lösung wird in der Betaversion die Sicherheitsplattform Micro Secure-Cloud vorstellt.

Sicherheitskonzepte zeigten auch Visionapp und Kobil. Ersteres ist ein Ableger der Dresdner Bank, der eine Cloud-Factory skizzierte, die Netzdienstleistungen in entsprechend sicherem Rahmen verwalten soll. Sicherheitsspezialist Kobil hat ebenfalls Erfahrung im Online-Banking und beschäftigt sich u.a. mit der Modernisierung des TAN-Verfahrens, das eine optische Komponente erhalten soll. Außerdem ist man mit Lesegeräten für den E-Personalausweis am Markt.

Die CeBIT als Pflichtveranstaltung

So wird der CeBIT-Besucher eine große Zahl von Detaillösungen antreffen, Lösungen von Problemen, die man ohne den Computer nicht hätte und hatte.

Die Zeit der Unschuld und Naivität vor 20 Jahren, als man stets nur auf die jeweils nächste Prozessorgeneration und die nächstgrößere Festplatte zu warten brauchte, sind längst vorbei.

Je mehr die IT von der Wirklichkeit, also der Welt 1.0, übernommen und abgebildet hat, desto mehr ist sie zum Dschungel oder Sumpf geworden. Ein heutiger CeBIT-Rundgang ist nicht nur informativ, sondern trägt auch zur Desillusionierung bei. Weil die IT unseren Alltag immer stärker bestimmt, ist beides unerlässlich.

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Die Cebit 2011 findet vom 1. März bis 5. März 2011 in Hannover statt.

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