[CES 2011] Tablets: Viele, viele Androiden treten gegen Apples iPad an, Motorola Xoom prämiert

10. Januar 2011 | by Alex Reiger

CES 2011 Tablets: Viele, viele Androiden treten gegen Apples iPad an, Motorola Xoom prämiert

Schon vor zehn Jahren wurde auf einer High-Tech-Messe der erste Tablet-Computer vorgestellt. Nicht auf der CES. Aber auf der Computermesse Comdex. Microsoft-Mitbegründer Bill Gates stellte damals, 2001, das Konzept eines «Ultra Mobile PC» vor, der ohne Tastatur auskommen sollte.

Der UMPC floppte. Zu teuer, zu schwer, zu umständlich zu bedienen und eine viel zu kurze Batterielaufzeit. Erst mit dem iPad von Apple wurde der totgeglaubte Markt der Tablets wiederbelebt. Das Quasi-Monopol von Apple in diesem Segment aber hat nicht lange gedauert: Auf der CES 2011 in Las Vegas trat nun eine fast unüberschaubares Heer von Flachrechnern gegen die Vormachtstellung des iPads an.

In den Ausstellungshallen der CES waren fast 100 unterschiedliche Geräte und Prototypen zu sehen. Die größte Aufmerksamkeit erzielte Motorola mit dem Xoom, das im ersten Quartal 2011 als erster Tablet- Computer mit dem neuen Google-Betriebssystem Android 3.0 Honeycomb auf den Markt kommen wird.

Die vorherigen Versionen von Android waren nur auf die deutlich kleineren Bildschirme von Smartphones optimiert worden. Honeycomb soll den Erfolg der Google-Software bei den Mobiltelefonen auf die Tablet-PCs ausweiten.

Das Motorola-Tablet Xoom wurde in Las Vegas als bestes Gerät der Technikshow ausgezeichnet. «Das Xoom ist ein echter Wettbewerber für das iPad und wird als eines der ersten Tablets mit der vierten Mobilfunkgeneration auf den Markt kommen», begründete die Jury des Fachdienstes CNet die Preisverleihung.

Auch Dell, Asus und etliche kleinere Hersteller zeigten in der amerikanischen Wüstenstadt ihre neuen Android-Modelle, die dem iPad Konkurrenz machen sollen – und zum Teil über Features verfügen, die Apple nicht bieten kann. So kann der Eee Pad Transformer mit einem Handgriff in ein Notebook mit Tastatur, USB, HDMI und allem drum und dran verwandelt werden. Dabei dient die Tastatur als Dockingstation, in die das Tablet, beispielsweise zum Textetippen, eingesteckt werden kann.

«Der Markt explodiert, aber gleichzeitig gibt es immer mehr Anbieter. Dadurch sinken die Preise», sagte Rüdiger Spies, Technologie-Analyst bei IDC in München. Je weiter der Preis sich auf die magische 300-Euro-Schwelle zubewege, desto mehr gerate die Marge unter Druck. Auch wenn weniger verdient wird als mit hochwertigen Laptops, will kein Produzent den Einstieg verpassen: «Der Tablet-Markt ist für die Hersteller wichtig, damit sie als innovative Unternehmen wahrgenommen werden.»

Da mit der Hardware allein keine großen Gewinne erwirtschaftet werden können, suchen die Hersteller Alternativen: «Die Unternehmen versuchen, durch Services Geld zu verdienen», sagte Spies. Apple ist dabei mit seinem iTunes App Store ohnehin gut im Spiel, Nokia betreibt den Ovi Store und HTC bietet eine kostenpflichtige Sicherung der Daten auf dem Handy im Netz an.

Beim Abstecken der neuen Claims hält sich von den großen Spielern der Branche bislang nur Microsoft auffallend zurück. Zwar waren in Las Vegas auch vereinzelt Tablets mit Windows 7 zu sehen. Bei den Kritikern fielen diese Geräte aber in der Regel durch. Der Softwaregigant will sich künftig jedoch nicht mit einer Außenseiterrolle auf dem Tablet-Markt zufriedengeben. Microsoft-Chef Steve Ballmer kündigte in Las Vegas an, Windows auch auf den Prozessoren mit ARM-Design zum Laufen zu bringen, die in den derzeit erfolgreichen Tablets wie dem iPad oder dem Samsung Galaxy verwendet werden.

«Diese Initiative belegt, dass Microsoft den Markt auf keinen Fall aufgibt», sagte Spies. Der Softwarekonzern unternehme bei den Tablets ähnliche Anstrengungen wie bei Windows Phone 7. «Dort ist es gelungen, zur Konkurrenz zumindest technisch aufzuschließen.» Wenn aber die Arbeiten an einem neuen Windows für Tablet Computer solange dauern wie die Neu-Entwicklung von Windows Phone 7, dann steht den Microsoft-Partnern im Tablet-Markt noch eine lange Durststrecke bevor.

(tf/ar/dpa) [Photo: Motorola]

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