Nach Freilassung: Wikileaks-Gründer Assange sieht sich bedroht

20. Dezember 2010 | by Alex Reiger

Nach Freilassung: Wikileaks-Gründer Assange sieht sich bedrohtWikileaks-Gründer Julian Assange sieht nach der Freilassung aus der Haft sein Leben in Gefahr. «Es gibt eine Bedrohung für mein Leben. Es gibt Bedrohungen für meine Leute», sagte Assange in seiner südostenglischen Unterkunft im Anwesen eines Freundes.

Er bezichtigte die USA, hinter den Vergewaltigungs- Vorwürfen gegen ihn zu stecken. In den USA wird zudem ein Verfahren gegen Assange wegen Spionage und Verschwörung geprüft., Assange lebt derzeit auf dem Landsitz seines Unterstützers Vaughan Smith im Südosten Englands. Der 39 Jahre alte Australier muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der örtlichen Polizeistation melden. Wikileaks hatte in den vergangenen Wochen tausende geheime und zum Teil brisante Dokumente aus US-Botschaften veröffentlicht, die die Vereinigten Staaten gegenüber vielen Ländern in Erklärungsnot gebracht hatten.

Die schwedische Justiz will Assanges Auslieferung. In Schweden wird ihm sexueller Missbrauch zweier Frauen vorgeworfen. Assange bestreitet die Vorwürfe. «Das Verfahren in Schweden ist ein Hohn», sagte er am Samstag. Es gebe eine Aussage einer der Zeuginnen, dass sie hereingelegt worden sei, sagte Assange. Er kenne ferner ein Gerücht, wonach eine der Belastungszeuginnen ihre Aussage zurückgenommen habe.

Die britische Zeitung «Guardian», einer der internationalen Partnermedien von Wikileaks bei den jüngsten Veröffentlichungen, hat unterdessen Einzelheiten über die schwedische Anklage veröffentlicht. Der härteste Vorwurf lautet demnach, Assange soll mit einer schlafenden Frau ungeschützten Sex gehabt haben. Dies wird sowohl in Schweden als auch in Großbritannien als Vergewaltigung gewertet. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen nicht die ihn beschuldigenden beiden Frauen Anzeige erstattet haben, sondern nur als Zeuginnen ausgesagt haben. Das Verfahren sei von der schwedischen Staatsanwaltschaft eigenständig eingeleitet worden.

Wikileaks kommt indes immer mehr in Geldnot. Die Bank of America hatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, keine Überweisungen mehr an Wikileaks-Konten weiterzuleiten. Wikileaks entspreche nicht den Richtlinien für Überweisungen der Bank of America, hieß es zur Begründung. Dies hatten zuvor bereits andere Geldinstitute wie Visa und Mastercard angekündigt. Damit wird es für Wikileaks schwerer, die lebensnotwendigen Spenden von Unterstützern auch tatsächlich entgegennehmen zu können.

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