Julian Assange weiter unter Verdacht: Erneut Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer beantragt

18. November 2010 | by Denise Kohmann

Julian Assange weiter unter Verdacht: Erneut Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer beantragt

Die Staatsanwaltschaft in Stockholm will den Internet-Aktivisten Julian Assange nun doch wegen Verdachts auf Vergewaltigung festnehmen lassen. Dies teilte die zuständige Anklägerin Marianne Ny am Donnerstag mit.

Danach soll am Nachmittag über ihren Antrag auf einen Haftbefehl gegen den australischen Gründer des Enthüllungsportals Wikileaks entschieden werden. Assange werde im Falle einer positiven Entscheidung des Gerichts auch international zur Fahndung ausgeschrieben werden, hieß es weiter.

Ein im August ausgestellter Haftbefehl wegen Verdacht auf Vergewaltigung einer Schwedin und sexueller Belästigung sowie Nötigung einer weiteren Frau bei einem Stockholm-Besuch war nach wenigen Tagen zurückgezogen worden. Ny meinte zu dem erneuten Antrag: «Hintergrund ist, dass er im Lauf der Ermittlungen verhört werden muss und dafür nicht antreffbar war.»

Assange hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen und als Teils eines vom US-Verteidigungsministerium gesteuerten Komplotts gegen ihn bezeichnet. Wikileaks war international durch Veröffentlichung zehntausender US-Geheimdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan bekanntgeworden.

Der 1971 geborene Gründer und Sprecher des Portals hatte noch zu Beginn der Ermittlungen in Stockholm ohne Erfolg eine permanente Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Schweden beantragt. Anfang November erklärte er, er könne nur noch in Island, auf Kuba und in der Schweiz ungehindert arbeiten und wolle sich möglicherweise in dem Alpenland niederlassen.

Sein derzeitiger Aufenthaltsort war am Donnerstag zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwältin kündigte eine Erklärung nach der für den Nachmittag erwarteten Entscheidung beim Haftprüfungstermin an.

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