[TechPraxis] Löschprogramme: Private Daten vor PC-Verkauf sicher löschen

5. November 2010 | by TechFieber.de

Wer seinen alten Computer wegen einer Neuanschaffung verkaufen will, sollte vorher die über die Jahre darauf angesammelten Daten von der Festplatte löschen. Gleiches gilt beim Verkauf von Speichersticks oder einzelner Festplatten. Verbraucher sollten sich aber nicht nur auf die Löschfunktion von Windows verlassen. Selbst das Leeren des Papierkorbs entsorgt die Daten nicht unwiederbringlich. Sie bleiben so lange an ihrem Platz auf der Festplatte, bis sie mit neuen Daten überschrieben werden.

Das hat den Vorteil, das versehentlich gelöschte Dateien von Datenrettungs-Programmen oft problemlos wiederhergestellt werden können. Allerdings gilt das im Falle von verkauften Datenträgern natürlich auch für nicht sicher gelöschte vertrauliche Daten. Experten der Zeitschrift „Computerbild“ (Heft 23/2010) entdeckten auf gebrauchten Datenträgern unter anderem Bankverbindungsdaten, Anmeldedaten für E-Mail-Postfächer und private Fotos. Auch beim Formatieren der Datenträger löscht Windows praktisch nur deren Inhaltsverzeichnis.

Löschprogramme beugen Missbrauch vor

Spezielle Löschprogramme können Datenmissbrauch aber vorbeugen, wie ein Test der Zeitschrift von acht entsprechenden Programmen ergab. Diese Software überschreibt den Speicherplatz auf USB-Stick oder Festplatte dazu ein- oder mehrfach gezielt mit neuen Daten. Als ausreichend gilt derzeit zwar bereits einmaliges Überschreiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, überschreibt den Speicherplatz mehrfach. Im Test löschten alle acht Programme auf diese Weise sicher die angesammelten Daten. Keine Daten ließen sich wiederherstellen.

Testsieger wurde SafeErase 4.1 von O&O Software (Preis 29,90 Euro). Dieses Programm überzeugte mit einfacher Bedienung und seinen vielen Löschverfahren. Bis auf Disk Wiper 10 Personal von Paragon (24,95 Euro) entfernten alle Programme auch den Inhalt von Speicherkarten und USB-Stiften. Wer eine größere Festplatte sicher löschen will, braucht aber Geduld. Für das dreifache Überschreiben einer Festplatte mit 140 Gigabyte Fassungsvermögen brauchten alle acht Programme ein bis zwei Stunden.

Private Daten auf anonym gekauften Platten wiederhergestellt

Viele der gekauften Testplatten waren zwar vorbildlich gelöscht, auf anderen wurden aber auch sensible private Daten gefunden. Auf einem Exemplar ließen sich problemlos Telekom-Rechnungen mit Namen und Adresse sowie Steuerbelege inklusive Bankverbindungen wiederherstellen.

mei/dapd

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