[TechPraxis] Backup leicht gemacht: Datensicherung mit Gratis-Software schützt vor Daten-Verlust

5. November 2010 | by TechFieber.de

 Backup leicht gemacht: Datensicherung mit Gratis-Software schützt vor Daten-Verlust  Es ist der Albtraum jedes Computer-Besitzers: Plötzlich gibt der PC seinen Geist auf und ganz wichtige Daten, die Fotos vom letzten Urlaub oder die Musiksammlung sind futsch. Das kann schneller passieren, als man glaubt – sei es ein Blitz, der die Elektronik lahmlegt, ein Dieb, der die Wohnung samt Computer ausräumt, oder ganz profaner Virenbefall. Und natürlich haben auch Festplatten nur eine beschränkte Lebenszeit und funktionieren irgendwann nicht mehr richtig oder gar nicht mehr.

Daher sind regelmäßige Backups dringend zu empfehlen. Bereits Gratis-Software reicht dafür aus, sagt Manuel Schreiber von der Zeitschrift „Chip“. Sie deckt alle wichtigen Backup-Funktionen ab, ist dafür aber nicht immer leicht zu bedienen. Zudem fehlen oft Auswahlmöglichkeiten etwa der Speicherorte.

Kauf-Software bietet mehr Möglichkeiten

Kauf-Software macht es dem User leichter: Mit ein paar Mausklicks gibt er an, welche Ordner wo gesichert werden sollen – und schon geht es los. Hier kann man auch völlig frei entscheiden, wo die Daten gespeichert werden sollen – etwa in einem Online-Speicher oder einen Netzwerk-Festplattenspeicher, auch NAS genannt. Zudem bieten die meisten größeren Hersteller mittlerweile eine Funktion an, mit der man in seinen Backups stöbern kann, also eine Art Live-Vorschau der Dateien. Der Vorteil ist, dass man so gezielt eine bestimmte Version einer einzelnen Datei wiederherstellen kann, anstatt das komplette Backup zurückzuspielen.

Anders als in vielen Umsonst-Programmen ist in den Kauf-Suiten meist auch gleich ein Image-Programm enthalten. Im Gegensatz zu Backups, bei denen einzelne Daten, Dateien oder Ordner gesichert werden, ist ein Image eine Komplettsicherung des Systems. Damit wird der Zustand des Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert, der dann nicht mehr verändert werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt legt man einfach ein neues Image an. Mit dem Image auf einem externen Datenträger lässt sich beispielsweise das System bei einem System-Crash wiederherstellen. Dazu legt man eine Rettungs-CD ein, startet den Rechner und ruft die Funktion „Systemwiederherstellung“ auf.

Windows 7 mit eigenen Backup-Funktionen

Windows-Nutzer griffen bisher meist auf externe Software zurück, um Backups zu machen. Windows 7 jedoch bietet sehr umfassende, wenn auch nicht gerade übersichtliche Backup-Funktionen, wie Schreiber sagt. Sie sind in der Systemsteuerung verborgen: Einfach auf „Sichern und Wiederherstellen“ gehen, und schon kann man beispielsweise ein Image erstellen oder einen Systemreparatur-Datenträger erstellen. Zudem kann man im Unterschied zu den Vorgänger-Versionen wie XP und Vista auch benutzerdefinierte Ordner und Benutzerkonten sichern.

Generell sollte man bei der Auswahl eines Backup-Programms darauf achten, dass die Software keine proprietären Formate benutzt, rät Schreiber. Sonst kann es zu Problemen kommen, wenn die Software beispielsweise schon ein paar Jahre alt und nicht mehr mit neuen Betriebssystemen kompatibel ist. Dass ein gängiges Format unterstützt wird, ist vor allem dann wichtig, wenn man Daten nicht nur sichern, sondern archivieren will. Der „Chip“-Experte rät in einem solchen Fall zu Open-Source-Tools, deren Quellcode offen ist.

So mancher PC-Besitzer hat für regelmäßige Backups eine Partition auf der Festplatte freigeräumt. Bei einem Festplatten-Crash kommt man in diesem Fall jedoch nicht mehr an seine Daten heran, weil die Festplatte selbst nicht mehr startet, warnt Schreiber. Eine zweite interne Festplatte ist hier eine mögliche Lösung. Noch besser ist es aber, eine externe Festplatte zu nutzen. Zwar muss sie extra an den Rechner angeschlossen werden. Im Fall der Fälle jedoch – etwa wenn der PC durch einen Kurzschluss unbrauchbar geworden ist – sind die Daten in Sicherheit. Gleiches gilt für USB-Sticks, die schon für wenige Euro erhältlich sind.

NAS-Server bieten Komfort

Eine komfortable Möglichkeit der Datensicherung bieten NAS-Server, die mit am Router hängen und per LAN oder WLAN mit dem PC verbunden werden. Laut Schreiber gibt es einsteigerfreundliche und relativ günstige Modelle wie die Synology DiskStation DS 110j (ab rund 120 Euro). NAS-Server sind immer verfügbar, und es lassen sich darüber gleich mehrere Rechner verwalten. Sie bieten sich nicht nur für automatische Backups zu einem bestimmten Termin, sondern auch für Echtzeit-Backups an. Dabei werden die Daten im laufenden Betrieb permanent gesichert. Für aufwendige Projekte mit vielen wichtigen Daten sind solche Backups ideal, auch wenn man dafür Programme wie Avanquest Perfect Image braucht, die diese Funktion unterstützen. Normalerweise reichen jedoch ein, zwei Backups pro Woche völlig aus.

CDs, DVDs und BluRays sind als Backup-Speicher noch immer sehr beliebt, jedoch nicht gerade gut dafür geeignet, wie Schreiber sagt. Sie sind zu empfindlich und meist auch zu klein, zumindest, wenn viele Daten anfallen. Als sekundäre Backup-Quellen sind sie jedoch nicht verkehrt. Auch Online-Speicher sind Schreiber zufolge eher für sekundäre Backups oder für die Sicherung einzelner Daten zu empfehlen. Ein Grund dafür ist der fehlende Platz: In der Regel sind nur 2 Gigabyte gratis, danach muss man zahlen, und zwar monatlich. Größere Backups lohnen sich auch aus einem anderen Grund nicht: Das Hochladen der Daten dauert einfach viel zu lange. Ein Plus der Online-Speicher ist die Ortsunabhängigkeit. Die Daten sind auch im Katastrophenfall sicher aufgehoben, etwa wenn zu Hause die Wohnung samt PC und externer Festplatte in Flammen aufgeht.

Wurde das regelmäßige Backup vergessen und es kommt zum Crash, sind die Daten noch nicht unbedingt verloren. Ist „nur“ das System beschädigt, reicht es oft schon, den Rechner über eine Live-CD zu starten – dann kann man auf die Festplatte zugreifen und die Daten extern sichern. Sind die Daten selbst beschädigt, wird es schwieriger, aber nicht hoffnungslos. Hier können meist Rettungstools wie PhotoRec (cgsecurity.org/wiki/PhotoRec_DE) helfen.

koh/dapd

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