[Photo] [Feature] Bühne frei: Fotografieren bei Konzerten – natürlich ohne Blitz

28. Oktober 2010 | by Alex Reiger

 Bühne frei: Fotografieren bei Konzerten

Für viele gehört die Kamera zum Konzertbesuch wie die Eintrittskarte. Doch die Situation vor der Bühne stellt den musikliebenden Fotografen vor eine Herausforderung. Denn meist ist das Licht nicht optimal.

Auch wenn der Blitz anbleiben darf, sollte darauf verzichtet werden, weil er die Lichtstimmung zerstört und die Bildwirkung schwächt. Darauf weist der Photoindustrie-Verband in Frankfurt hin. Optimal für die Bühnenfotografie sind Spiegelreflex- oder Systemkameras in Verbindung mit einer lichtstarken Optik. Befindet man sich direkt an der Bühne, so kommt in der Konzertfotografie meist ein Normalobjektiv zum Einsatz. Ein Teleobjektiv allerdings bietet dem Fotografen mehr Spielraum, wenn er einmal etwas weiter hinten steht.

Wer analog fotografiert, darf nicht an Filmmaterial sparen. Ratsam sind Filme mit 400 oder 800 ISO Lichtempfindlichkeit. Diafilme bieten intensivere Farben als Negativfilme. Oftmals verursacht das Scheinwerferlicht aber einen schweren Gelbstich, den selbst ein Profilabor kaum neutralisieren kann.

Aktuelle Digitalkameras sind dagegen schon fast Nachtsichtgeräte. Die ISO-Empfindlichkeit kann stark erhöht werden. Im Blick sollte man jedoch immer das Bildrauschen haben, das mit der Erhöhung der Empfindlichkeit zunehmen kann. Auch auf den Weißabgleich ist zu achten, damit es nicht zu Farbverfälschungen kommt.

Die richtige Belichtung bei rasch wechselnder Beleuchtung erfordert Geschick und Erfahrung. Selbst bei gleichbleibender Beleuchtung können Belichtungsmesser unter Umständen nicht die optimale Belichtungszeit angeben. Belichtungsreihen sind daher in der Konzertfotografie Pflicht. Die Praxis zeigt, dass von 50 Aufnahmen nur rund 15 brauchbar sind.

Bei der Nutzung der Kameraautomatik gehen die Meinungen auseinander. Manche verzichten auf die Blenden- oder Zeitautomatik und experimentieren mit manuellen Einstellungen. Andere hingegen schwören auf die Automatik, wählen die Blende vor, und die Kamera bestimmt die optimale Belichtung.

Ist der Bühnenhintergrund schwarz, so ist die Spotmessung ratsam. Verfügt die Kamera nicht über diese Option, sollte man die Automatik um eine Blende ins Minus drehen, also unterbelichten. Grundsätzlich gibt es zwei Wege, die Bewegungen auf der Bühne festzuhalten: das Einfrieren der Bewegung auf dem Höhepunkt des Geschehens oder die mehr oder weniger starke Bewegungsunschärfe durch eine relativ lange Verschlusszeit.

ari/dapd / Foto: Beck live in Concert in San Francisco 2007 / techfever.net

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