[MobileFieber] Totgesagte leben länger: Smartphone-Boom beflügelt Motorola

28. Oktober 2010 | by Alex Reiger

 Smartphone-Boom beflügelt Motorola an

Motorola schwimmt auf der Smartphone-Welle: Nach einer langen Durststrecke steht die Mobilfunksparte wieder hoffnungsvoll da. Der lange verlustreiche Handy-Pionier verdiente im dritten Quartal 109 Millionen Dollar (79 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte es Motorola mit 12 Millionen Dollar nur ganz knapp in die schwarzen Zahlen geschafft. Den Gewinn lieferte allerdings vor allem die vor dem Verkauf stehende Mobilfunk-Netzwerktechnik, die an den finnisch-deutschen Spezialisten Nokia Siemens Networks geht.

Aber zumindest verbrannte Motorola mit Mobiltelefonen nicht mehr soviel Geld wie in schlechten Zeiten. Getrieben von dem Smartphone-Boom stieg der Motorola-Umsatz um 13 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Co-Chef Sanjay Jha sprach am Donnerstag von anhaltend guten Verkäufen. Insgesamt wurde Motorola 9,1 Millionen Handys los. Während die klassischen Mobiltelefone schlechter liefen, sprang die Zahl der lukrativen Smartphones auf 3,8 Millionen hoch. Damit liegt das Urgestein der Branche allerdings immer noch weit von den 14,1 Millionen iPhones entfernt, die Apple in der gleichen Zeit unters Volk gebracht hatte.

Vor einem Jahr hatte der Konzern seine ersten Smartphones mit dem Betriebssystem Android herausgebracht. Das von Google entwickelte offene Systeme gilt als der schärfste Rivale für das iPhone. Eine ganze Reihe von Handyherstellern setzt die Software ein.

Der Motorola-Konzern wird demnächst aufgeteilt: Das Handygeschäft spaltet sich zusammen mit den Kabelfernseh-Boxen vom Firmenkundengeschäft ab, zu dem Barcode-Scanner, Funketiketten- Lesegeräte, Rundfunktechnik und Sicherheitssysteme gehören.

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