EnBW-Chef Villis droht: „Nix geht mehr ohne Atomkraft“

28. Oktober 2010 | by TechFieber.de

 EnBW-Chef Villis droht: Nix geht mehr ohne Atomkraft

Der Chef des drittgrößten Energieversorgers EnBW, Hans-Peter Villis, sieht die Atomkraft als Wegbereiter für den Übergang zu erneuerbaren Energien. „In Deutschland brauchen wir noch Zeit, um die erneuerbaren Energien in die Wirtschaftlichkeit zu bringen“, sagte Villis der Deutschen Presse-Agentur vor der Bundestagsentscheidung über die längeren Atomlaufzeiten. „Hierfür benötigen wir unter anderem die Kernkraft.“

„Zudem helfen die in der Erzeugung praktisch CO2-freien Kernkraftwerke bei der Erreichung der nationalen Klimaziele“, betonte Villis. Der Bundestag will heute (Donnerstag/ab 0900) über die Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke entscheiden. Begleitet von massiver Kritik der Opposition wollen Union und FDP die Betriebszeit der vor 1980 gebauten sieben Anlagen um acht Jahre verlängern, die der zehn übrigen Akw um 14 Jahre.

Eine der zentralen Herausforderungen für das Ökoenergie-Zeitalter bleibe der Ausbau der Stromnetze, sagte Villis. Hier wäre es wünschenswert, „wenn es gelänge, die für den Netzausbau notwendigen behördlichen Genehmigungszeiten zu verkürzen“.

Nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur werden bis 2020 bis zu 3500 Kilometer neuer Leitungen gebraucht, unter anderem um den Windstrom von der Küste zu den Verbrauchern im Süden zu bekommen. Gebaut sind aber erst knapp 100 Kilometer, auch weil es viele Widerstände gegen neue Hochspannungsleitungen gibt.

Kommentare (2)

  1. […] wurden in einem Geheimvertrag zwischen der Bundesregierung mit den Energiekonzernen RWE, E.on, EnBW und Vattenfall vereinbart. Der atomkritisch besetzte Bundesrat soll bei dieser Entscheidung bewusst […]

  2. Ledo says:

    Heute morgen hörte ich im Autoradio, dass es eine „kontrollierte Explosion“ gegeben hat! „11 Arbeiter wurden verletzt“ ist damit nicht wirklich vereinbar. Ich hoffe das diese endlich das aus für die industriell genutzte Kernenergie ist. Der Glaube an die Beherrschbarkeit einer Kernschmelzung ist erschüttert. Wir sehen im Fernsehen zu, wie ein Block nach dem anderen außer Kontrolle gerät. Aber zum Glück sind ja unsere Kraftwerke sicher, wenn es kein Tsunami oder Hochwasser gibt – wenn es kein Menschliches Versagen gibt und wenn es kein Technisches Versagen gibt.

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