[Photo] Bildbearbeitung: Neue Software-Tools für ambitionierte Hobby-Fotgrafen und Foto-Heimwerker

20. Oktober 2010 | by TechFieber.de

 Neue Software für Foto-Heimwerker
Software zur Bildbearbeitung ist quasi die virtuelle Dunkelkammer des Hobby-Fotografen. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung der Programme stehen Pixelschiebern heute Funktionen zur Verfügung, die vor einiger Zeit im Amateurbereich undenkbar gewesen wären.

In seiner jüngst erschienenen neunten Version bietet das Programm Adobe Photoshop Elements zum Beispiel Funktionen, die lange Profi-Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop vorbehalten waren. Etwa die Ebenenmaske, bei der Veränderungen wie eine Maske über das Original gelegt werden, das stets erhalten bleibt, oder einen Korrekturpinsel: Mit ihm werden unerwünschte Bildbereiche entfernt und automatisch durch den Hintergrund des Motivs ersetzt.

Elements ist trotzdem auf den Heimanwender zugeschnitten, sagt Adobe-Berater Sven Brencher aus Eckernförde in Schleswig-Holstein. «Wichtig ist da die Balance zwischen einfacher Bedienung und umfangreichen Bearbeitungsmöglichkeiten.» Neu in der Version neun sind so auch zusätzliche Effekte – etwa für Porträtfotos – und die Anbindung an soziale Netzwerke.

Mit einer Preisempfehlung von 99 Euro steht Elements zwischen Programmen, die mehrere hundert Euro kosten und kostenlosen Alternativen wie der Open-Source-Anwendung Gimp. Dieses Programm sei sicher die günstigere Alternative, sagt der Grafik-Designer Jens Warnke aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt. «Doch für Einsteiger finde ich Photoshop Elements eindeutig besser, da übersichtlicher.»

Für mehr Übersicht soll der in Photoshop Elements integrierte Organizer sorgen. Wenn Fotos in einem anderen Programm schon mit Stichwörtern versehen wurden, übernimmt der Organizer diese und zeigt alle Stichwörter übersichtlich in einer sogenannten Tag-Wolke an. Hier sieht man auf einen Blick, welche Stichwörter am häufigsten sind. Und die Auswahl der angezeigten Fotos lässt sich mit einem Klick auf bestimmte Begriffe filtern.

Außerdem werden alle Fotos nach Kriterien wie Belichtung, Kontrast oder Bildschärfe automatisch analysiert und mit sogenannten Smart Tags versehen wie «zu dunkel», «verwackelt» oder «Gesichter». Je nach Ergebnis der Analyse werden die Bilder in drei Kategorien eingeteilt: Geringe, mittlere und hohe Qualität. Für eine erste Sortierung ist das hilfreich. Im Zweifelsfall muss aber manuell nachgebessert werden.

In der eigentlichen Bildbearbeitung unterstützt die Software den Pixel-Heimwerker mit einer Vielzahl von Assistenten, beispielsweise für Porträts. Hier wird der Anwender an die Hand genommen, um etwa Schritt für Schritt den Hautton des Gesichts mit einem selektiven Weichzeichner zu verbessern. Kleine Pickel werden mit dem Bereichsreparatur-Werkzeug entfernt, Wimpern und Augenbrauen lassen sich nachdunkeln, sogar verschlankt werden kann das Gesicht.

Ein neuer Effekt mit der Bezeichnung «Out of Bounds» verpasst dem Foto einen Rahmen, aus dem ein Teil des ursprünglichen Bildes herausragt. Neu ist auch ein Lomo-Effekt, der dem Foto die Ästhetik von Aufnahmen der legendären russischen Kamera verleiht. Kreative Spielereien ermöglicht die Funktion «Photomerge-Stil-Übereinstimmung»: Man wählt ein Referenzfoto aus und überträgt dessen Kontrast und Farbton auf das Bild, das bearbeitet wird.

An seine Grenzen gelangt Elements bei der Farbtiefe: Nur die 256 fürs Auge sichtbaren Werte (8 Bit) sind verfügbar. Bei umfangreicheren Bearbeitungen kann es zu Farbabweichungen kommen, die bei Programmen mit 16-Bit-Farbtiefe nicht so schnell auftreten würden. Außerdem unterstützt Elements kein Geo-Tagging, also die Verbindung von Fotos mit Geodaten. Dafür bietet sich das kostenlose Google-Programm Picasa an, mit dem man Bilder auf der Karte verorten kann.

Eine Alternative für Privatanwender, die auch 16-Bit-Farbtiefe unterstützt, ist zum Beispiel Paintshop Pro X3 von Corel, das empfohlene 89 Euro kostet. Für grundlegende Aufgaben wie die Anpassung von Kontrast und Helligkeit bietet sich auch das Programm XnView an, das für die private Nutzung kostenlos ist. Als Bildbetrachter unterstützt XnView rund 400 Grafikformate.

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