IT-Verband Bitkom warnt: Fachkräftemangel in der Tech-Wirtschaft kräftig gestiegen

20. Oktober 2010 | by TechFieber.de

 Bitkom warnt Fachkräftemangel IT-Industrie Der Mangel an Fachkräften in der IT-Branche ist nach Angaben des Verbandes Bitkom in diesem Jahr kräftig um 40 Prozent auf 28 000 offene Stellen gestiegen. Es zeige sich, dass der Fachkräftemangel ein strukturelles Problem sei, sagte Bitkom- Präsident August-Wilhelm Scheer am Dienstag bei der Vorstellung einer aktuellen repräsentativen Studie. Fast die Hälfte aller Befragten unter 1500 IT-Unternehmen sehe einen deutlichen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Wesentlicher Grund neben den „Schwächen des deutschen Bildungssystems“ sei der steigende Bedarf an Hochqualifizierten.

Zugleich beschäftige die Branche in diesem Jahr so viele Menschen wie nie zuvor, betonte Scheer. Mit 843 000 Arbeitsplätzen sei die ITK-Branche nach dem Maschinenbau der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Elektro- und Automobilindustrie.
Aktuell gebe es mit 28 000 offenen Stellen für IT-Experten rund 8000 mehr als noch 2009. Insgesamt 11 200 davon entfallen in diesem Jahr auf die Kernbereiche Informationstechnik und Telekommunikation (ITK), die übrigen auf andere Wirtschaftszweige.

Der Verband unterstütze die Initiative von Bundesbildungsministerin Annette Schavan ausdrücklich, die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu beschleunigen – auch wenn die IT-Branche nicht unmittelbar davon profitiere. Die Einschätzung und Anerkennung von Qualifikationen sei in der Industrie bereits eher unproblematisch. Auch fließendes Deutsch sei nicht immer zwingend, in vielen Bereichen sei Englisch ohnehin die Arbeits- Sprache.

„Aber wir erhoffen uns eine Signalwirkung“, sagte Scheer. Die jüngsten Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer sehe der Bitkom dagegen sehr kritisch. „Das wird jetzt emotional aufgeheizt, da wollen wir nicht mitmachen.“ Stattdessen brauche die Branche eine „Kampagne im Wettbewerb um die besten Köpfe der Welt“. „Die unerträgliche Debatte um einen Zuwanderungsstopp muss umgehend beendet werden.“

„Mit der konjunkturellen Erholung kommt das Fachkräfteproblem mit voller Wucht zurück“, sagte Scheer. Vor allem Software-Entwickler und Mitarbeiter für den internen IT-Support seien gefragt. Neben weiteren Maßnahmen zur Reform des deutschen Bildungssystems könne eine Behörden-übergreifende Marketing-Kampagne Deutschland wieder attraktiv machen. „Wir müssen uns um die besten Fachkräfte bemühen, die kommen nicht automatisch“, sagte Scheer. Deutschland habe keine Universität, die unter den 20 besten der Welt rangiere.

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