Dicke Lippe: Apple-Impressario Steve Jobs schießt scharf gegen Rivalen – „Android ist eine Totgeburt“

20. Oktober 2010 | by TechFieber.de

 Apple Impressario Steve Jobs Android totgeburt
Wenn es um die Rivalen geht, nimmt Steve Jobs kein Blatt vor den Mund. «Totgeburten», stempelte der Apple-Chef brüsk die kommenden Tablet-Computer der Konkurrenten ab, die einen kleineren Bildschirm haben als sein Lieblingskind, das iPad.

Die Botschaft: Was nicht von Apple kommt, taugt nichts. Der Herr der iPhones, iPods und Mac-Computer beehrte am Montag eine Telefonkonferenz zu abermaligen Rekordzahlen mit einem seiner seltenen Auftritte – und holte zu einem verbalen Rundumschlag aus. Regelrecht in Rage redete sich Jobs. Ob Blackberry, Microsoft oder Nokia, alle kriegten ihr Fett weg. «Die Hersteller werden die harte Lektion lernen müssen», polterte Jobs.

Besonders viel Zeit nahm sich Jobs, um Googles mobiles Betriebssystem Android auseinanderzunehmen, den momentan schärfsten Konkurrenten für sein iPhone im Smartphone-Markt. Android ist ein Gegenentwurf zur Apple-Welt: Offen und von jedem Gerätehersteller einsetzbar, dafür unübersichtlich und manchmal mit etwas Wildwuchs.

Apple behält bei seinem Betriebssystem iOS – mit dem iPhones, iPads und der Multimediaplayer iPod touch laufen – so weit es geht die Kontrolle. Nur wenige verschiedene Geräte, identische Bedienkonzepte, ein Hersteller. Bei Android hingegen sind diverse Hersteller am Werk, die Smartphones gibt es in unterschiedlichen Formen und Bildschirmgrößen, mit Tastatur oder ohne.

Android-Handys seien im zweiten Quartal am iPhone vorbeigezogen, räumte Jobs ein, und vielleicht auch in den vergangenen drei Monaten. Doch der Preis dafür sei eine «sehr sehr fragmentierte Plattform». Er sehe das integrierte Apple-Konzept im Vorteil, betonte Jobs. Die Nutzer wollten Geräte haben, «die einfach funktionieren», und die Software-Entwickler seien froh, weil sie in der Apple-Welt weniger Aufwand hätten.

Als negatives Beispiel bei der Konkurrenz zitierte Jobs die Nöte der Entwickler der Twitter-Software Tweetdeck, die bei ihrer App auf der Android-Plattform mehr als 100 leicht unterschiedlichen Versionen gebraucht hätten, um 244 verschiedene Versionen zu bedienen. «Offene Systeme gewinnen nicht immer», schloss Jobs.

Besonders brutal schlug der Apple-Chef bei den konkurrierenden Tablets drauf, von denen viele mit Android laufen. Die kommenden Geräte mit einer Bildschirmdiagonalen von 7 Zoll (17,8 cm) seien «zu groß, um mit dem Smartphone zu konkurrieren, und zu klein, um gegen das iPad anzutreten.» Deshalb seien sie «Totgeburten». Apple sei überzeugt, dass die knapp 10 Zoll Bildschirmdiagonale des iPads die Minimalgröße seien, um gute Tablet-Programme entwickeln zu können.

Doch warum diese Verbalattacke? Apple ging es nie besser als heute, der Gewinn schnellte alleine im vergangenen Quartal auf 4,3 Milliarden Dollar hoch. Kein anderes Technologieunternehmen ist derzeit mehr wert als die Kalifornier. Hat Jobs Sorgen vor der Zukunft? Zuletzt fielen unter dem Druck der Konkurrenz die Margen und die Börsianer zeigten sich enttäuscht von einem ihrer Meinung nach allzu vorsichtigen Ausblick. Die Aktie sackte nach dem Höhenflug der vergangenen Tage nachbörslich ab.

Von Krisenstimmung ist Apple aber weit entfernt. Satte 51 Milliarden Dollar hat das Unternehmen auf der hohen Kante – damit ließen sich manche Rivalen einfach schlucken. Und Jobs weigert sich beharrlich, das Geld an die Aktionäre auszuschütten. «Wir halten unser Pulver trocken, denn wir denken, dass es in der Zukunft einige strategische Gelegenheiten gibt.»

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