[TechPraxis] Einstellungssache: Wie der neue Fernseher die besten Bilder liefert

15. Oktober 2010 | by Reah

Öko-TV Philips Econova TechPraxis: Wie der neue Fernseher die besten Bilder liefert

Scharfe Bilder, brillante Farben, knackige Kontraste: Auf Messen oder im Fachgeschäft sieht immer toll aus, was die neuen Fernseher zeigen. Im Wohnzimmer ist das oft anders. Doch dass der schicke Flachmann aus dem Elektroladen auch im Wohnzimmer gleich klasse Bilder zeigt, ist unwahrscheinlich.

«Die Geräte sind oft so voreingestellt, dass sie im hellen Licht eines Verkaufsraums gut aussehen», sagt Stefan Porteck vom Computermagazin «c’t». Daher sei das Bild in der Regel zu grell und zu kontrastreich. Als Erste Hilfe empfiehlt er, in den Werkseinstellungen nachzuschauen, ob es unterschiedliche Optionen für zu Hause und den «Showroom» gibt.

Auch ein Blick in die einzelnen Menüpunkte lohnt sich. Der Kontrast ist nach Portecks Erfahrung oft zu hoch, so dass zum Beispiel zarte Wolkenschleier zu einer weißen Fläche werden. Über den Schwarzpegel stellt man ein, ab wann dunkle Töne nur noch schwarz aussehen – ein Punkt, der sich oft im Helligkeitsmenü versteckt. Ist der Pegel nicht richtig eingestellt, können die Falten eines Smokings oder einer dunklen Hose zu einer einzigen schwarzen Fläche werden.

Farbtemperatur und Sättigung lassen sich kaum exakt einstellen, daher kann man sich auf den eigenen Geschmack verlassen. «Da muss man durchprobieren, was am gefälligsten ist», sagt c’t-Experte Porteck. Hilfreich sei es, Bilder von Gesichtern als Vorlage zu nehmen – sie lassen sich am leichtesten mit der Realität abgleichen.

Gerade die Helligkeit ist eine Problemzone. Nutzer verwechseln sie oft mit der Hintergrundbeleuchtung. Diese sollte unabhängig von Helligkeit oder Kontrast an die Umgebung angepasst werden. Viele hochwertige LCD-Fernseher haben mittlerweile aber einen Sensor, der die Helligkeit der Umgebung misst und die Hintergrundbeleuchtung daran anpasst – der Zuschauer muss dann nichts mehr dafür tun.

Wenn auf dem Bildschirm der Ball rollt oder Telenovela-Darsteller sich ihre Liebe gestehen, ist es allerdings kaum möglich, das Bild richtig einzustellen. Ohnehin ist es schwierig, allein mit Augenmaß den richtigen Farbton zu treffen. Testbilder machen dies deutlich leichter. Diese können Nutzer aus dem Internet herunterladen und über einen USB-Stick oder eine selbst gebrannte CD auf den Fernseher übertragen. Oft legen auch Zeitschriften eine passende DVD bei – so zum Beispiel das Magazin «Video Homevision». «Technische Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig», sagt Andreas Stumptner, Chefredakteur der Zeitschrift.

Das Bild lässt trotzdem zu wünschen übrig? Auf das Gerät allein kommt es nicht an, sondern auch auf das Signal. Mancher Haushalt hat noch einen analogen Kabel- oder Satellitenanschluss. Dietrich Westerkamp rät davon aber ab: «Analoge Signale sind in der Qualität limitiert», sagt der Manager von Technicolor, der seit 30 Jahren in der TV-Branche tätig ist. «Im Wohnzimmer, wo ja meist ein großer Fernseher steht, sollte man digitalen Kabel- oder Satellitenempfang haben.» Das ist allerdings auch eine finanzielle Frage: Fürs Kabel-TV zum Beispiel werden Gebühren fällig.

Ein Qualitätskiller kann auch das Kabel sein. «Konsumenten dürfen nicht den Fehler machen, die Set-Top-Box mit einem Scart-Kabel an den Fernseher anzuschließen», warnt Westerkamp. Dieses analogisiere das Signal und reduziere so die Qualität. Der Experte rät zu einem HDMI-Kabel: «Dann bleibt alles digital.»

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