[Studie] Fernsehen ist immer noch wichtigstes Medium – trotz Internet

14. Oktober 2010 | by Alex Reiger

Studie: Fernsehen ist weiterhin wichtigstes Medium - trotz Internet

Die gute alte Glotze hält sich wacker: Trotz wachsender Konkurrenz durch das Internet hat sich das Fernsehen weiterhin als wichtigstes Medium in Deutschland behauptet. Das Fernsehen sei das einzige klassische Medium, dessen Nutzungszeit seit 2002 gestiegen ist, teilten Marktforscher der zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörenden Media-Agentur SevenOne am Donnerstag mit. «Von einer Kannibalisierung kann nicht die Rede sein», sagte Marktforschungsdirektor Daniel Haberfeld. Eine intensive Internet- Nutzung gehe nicht auf Kosten der Sehdauer am TV.

Dagegen überschätzten Internet-Nutzer häufig die Zeit, die sie tatsächlich im Netz verbringen, heißt es in der Studie. Grund dafür sei, dass immer mehr Haushalte über eine Flatrate verfügten und damit immer online seien. Die reine Verbindungszeit hätten Nutzer bei Befragungen oft zu ihrer Internetnutzung hinzugezählt. So hätten sie die Zeit, in der sie E-Mails schrieben oder andere Dinge am Rechner erledigten, mit eingerechnet. Durch gezieltes Nachfragen und Beobachten im Alltag habe SevenOne nun herausgefunden, dass die Zeit, die tatsächlich im Netz verbracht werde, deutlich geringer sei und sich nur auf durchschnittlich 78 Minuten belaufe.

Laut Studie sehen Nutzer, die viel im Internet unterwegs sind, auch viel fern. Unter den klassischen Medien konnte allein das Fernsehen seine Zuschauer länger an sich binden als zuvor, hieß es. Mit 3,5 Stunden täglich liege das TV deutlich vor dem Radio (120 Minuten und dem Internet (95 Minuten). Allerdings werde es immer schwieriger, die Mediennutzung klar zu differenzieren. «Seit das Internet ein integraler Bestandteil im Alltag vieler Menschen ist, verschwimmen Übertragungswege und Inhalte zusehends», sagte Haberfeld. Der Trend gehe aber klar hin zu Bildschirm-Medien.

SevenOne veröffentlicht in regelmäßigen Abständen die Ergebnisse seiner Studien in verschiedenen Kompendien. Die aktuelle Untersuchung «Navigator Mediennutzung 2010» soll Werbetreibenden und PR-Agenturen als Leitfaden dienen. Das Unternehmen hat dafür die Ergebnisse aus qualitativen und quantitativen Befragungen ausgewertet.

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