[IFA] Nachlese, die achte: Das E-Haus: Wunschtraum des Elektrohandwerks

8. Oktober 2010 | by Gerhard Bachleitner

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Die Illusion von der Heimvernetzung als Voraussetzung für modernes Energiesparen wurde auch im E-Haus von ZVEI, ZVEH und VDE verkündet. Mit unrealistischen Einsparpotentialen sollen enorme Installationskosten gerechtfertigt werden, die aber ohnehin nur für Neubauten und Wohneigentum in Frage kommen, also einen ziemlich kleinen Bestand.

Das nützlichste an der gezeigten Heimvernetzung – wie wir sie seit etlichen Jahren mit unterschiedlichen Bussystemen immer wieder zu sehen bekommen – war hier noch die Liste aktueller Leistungsmessungen. Dabei war mit Schrecken zu sehen, dass auch vermeintlich autarke Geräte wie Waschmaschinen, Spülmaschinen, Herde etc. im ausgeschalteten Zustand mehrere Watt Strom für „Bereitschaft“ verbrauchen.

Dass es also nicht einmal mehr dort echte Netzschalter gibt, gehört offenbar zu den verschwiegenen Nebenfolgen des „Fortschritts“. Dem Küchenbesitzer nützt das neue Wissen auf seinem LCD-Bildschirm freilich wenig, weil er an die Stecker dieser Geräte normalerweise gar nicht herankommt, um sie herauszunehmen.

Ähnlich absurden Vorstellungen verdankt sich bekanntlich der erste elektromotorisch angetriebene Sportwagen von Tesla, der die Garage des E-Hauses füllte. Immerhin konnten sich die Besucher seine Steckdose leibhaftig anschauen und davon überzeugen, dass der Kofferraum zum Batterieraum geworden ist. Wer sich diesen Boliden leisten kann, braucht dann auch keinen alternativen, über ein Smart Grid verwalteten Stromanbieter zum Sparen mehr.

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