[TechTipp] Zum Anfassen: In Fotobüchern lässt sich die digitale Bilderflut auf Papier bannen

6. Oktober 2010 | by Denise Kohmann

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Was tun mit all den außerordentlich gelungen Fotos vom letzten Urlaub? Den Schnappschuss-Flut von der letzten Familien-Party? In Form von Daten fristen die Fotos nicht selten ein trostloses Dasein auf Festplatten. Dann und wann dürfen die digitalen Erinnerungen und persönlichen Meisterwerke kurz auf dem Monitor aufflackern. Dauerhaft aus ihrem Datengefängnis lassen sich die Bilder zum Beispiel per Fotobuch befreien. Allein im Jahr 2009 wurden in Deutschland 5,2 Millionen Fotobücher individuell gestaltet und gedruckt, hat der Photoindustrie-Verband ermittelt.

«Fotobücher sind so beliebt, weil die meisten Menschen Fotos lieber in der Hand haben, als sie sich auf dem Computer anzugucken», sagt Rainer Baron von der Zeitschrift «Computer Bild». Eine weitere Stärke des Fotobuches ist seine Flexibilität. Egal ob als Heft oder als XXL-Panorama-Buch – es gibt Formate für jede Gelegenheit.

Das Erstellen eines Fotobuches ist auch für ungeübte Computer-Nutzer kein Problem, denn die Anbieter stellen meist eine kostenlose Gestaltungssoftware zur Verfügung. Assistenten helfen bei der Gestaltung vom Layout bis zum Hintergrund. «Die Software ist für Einsteiger konzipiert und meist sehr leicht zu bedienen», sagt Oliver Ginter von der Zeitschrift «Digitalphoto».

Die Zahl der Anbieter von Fotobüchern ist groß. In einem Fotobuch-Vergleich der «Computer Bild» (Ausgabe 10/2010) lieferten die meisten Anbieter ordentliche Bilder. Den Unterschied machen aber die Kriterien Preis und Datenschutz. Denn trotz der besten Fotoqualität landeten zum Beispiel die Anbieter Budni Fotoservice und DM Digi Foto nur auf den hinteren Plätzen. Grund: Diese Anbieter sagen in ihren Datenschutzerklärungen zu wenig darüber aus, welche persönlichen Daten sie speichern. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Pixelnet und Fotoclicks enthielten außerdem ungültige Regelungen, sagt Baron.

Testsieger wurde – sowohl bei den Standardbüchern als auch bei den Fotobüchern, die auf glänzendem Papier gedruckt werden – der Fotoservice von Lidl. Bildqualität, Datenschutz, Gestaltungssoftware, Preis und Lieferzeit überzeugten im Test. Auf dem zweiten Platz landete jeweils der Saturn Fotoservice. Den Preis-Leistungs-Sieg im Test holte sich der Bilderservice von Media Markt Online Bilderservice. Hier kostet eine DIN-A4-Seite in einem Hardcover-Buch mit 48 glänzenden Seiten 79 Cent, mit derselben Anzahl matter Seiten nur 54 Cent.

Bei der Wahl eines Produktes ist erst einmal die Wahl der Buchgröße wichtig. Besonders geeignet für schöne Landschaftsaufnahmen sind Panorama-Formate. Die meisten Anbieter stellen mattes und glänzendes Standard- sowie Fotopapier zur Auswahl. «Echtes Fotopapier wird ausbelichtet, das Standardpapier digital bedruckt», erklärt Fotoexperte Ginter. Bilder auf Fotopapier machen einen hochwertigeren Eindruck, sind aber auch teurer. Auch die Bindung beeinflusst den Preis. Bücher mit Hardcover kommen standardmäßig mit einer Klebebindung daher. Diese ist zwar sehr stabil, «verschluckt» aber unter Umständen in der Mitte Teile von Fotos. Dies kann bei einer Ringbindung nicht passieren.

Bei den teureren Büchern lassen sich oft auch verschiedene Umschläge wählen. Das Hardcover hat den Vorteil, dass der Buchrücken beschriftet und Fotos auf den Umschlag gedruckt werden können. Eine andere Möglichkeit ist der Leinen-Umschlag, in dessen Mitte meist ein kleines Bild platziert werden kann. Bei den Luxus-Fotobüchern werden Einbände aus Leder, verstärkte Buchecken und Prägungen angeboten. «Ein Fotobuch mit wattiertem Ledereinband fühlt sich dann an, wie ein richtiges Fotoalbum», sagt Ginter. Das hat aber auch seinen Preis. «Rund 100 Euro muss man für XXL-Panorama-Buch mit 26 Seiten zahlen», sagt Ginter. Zum Vergleich: Ein Hardcover-Buch gleicher Größe kostet nur rund 60 Euro.

Kleinere Fotobücher und insbesondere Fotohefte gibt es jedoch schon für weitaus kleineres Geld. Wer ein Fotobuch erstellen will, sollte auf die Rabattaktionen der Anbieter achtet. Diese gibt es immer wieder – besonders nach den Sommerferien, zu Weihnachten und zu Ostern.

Tipps zur Fotobuch-Gestaltung

Bei bereits bearbeiteten Bildern sollte die automatische Bildoptimierung der Fotobuch-Software ausgeschaltet werden. Text sollte aus Qualitätsgründen besser immer direkt in der Software eingegeben werden und nicht in einem anderen Programm vorgeschrieben und als JPEG eingefügt werden. Als Faustregel gilt: Nicht zu viele kleine Fotos nehmen. Schöne Bilder wirken großflächig viel besser. Ein schönes Fotobuch braucht zudem Zeit. Anfänger sollten mehrere Stunden für die Gestaltung einkalkulieren. Dazu gehört auch der letzte Schliff: Zum Abschluss alle Seiten noch einmal in Ruhe durchgehen, Bilderanordnung und Rechtschreibung überprüfen.

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